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Alte Bilder künden von der bis heute umstrittenen Sanierung der Laubacher Altstadt, der ein Teil der Jahrhunderte alten Gebäude zum Opfer fiel. Das Foto zeigt das Geschäftshaus Kratz am Marktplatz, rechts davon eine Ecke des Engelbrunnens.

Verschwunden in den Siebzigern

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Laubach (pm). Bei Bildern wie diesen kommt Nostalgie auf: Ein Schaukasten an der Engel-Apotheke erinnert seit Kurzem an die in den 1970er Jahren abgerissene Wolfsgasse. Die alten Bilder und Zeichnungen künden aber auch von der bis heute umstrittenen Sanierung der Laubacher Altstadt, der ein Teil der Jahrhunderte alten Gebäude zum Opfer fiel.

Gestaltet hat den Kasten Jan-Patrick Wismar in Zusammenarbeit mit dem Laubacher Stadthistoriker Kurt Stein. »Es ist wichtig zu zeigen, wie unachtsam man früher mit den alten Gebäuden umgegangen ist.

Heute ist von der Wolfs- als auch der Wildemannsgasse nichts mehr übrig«, sagt Wismar. Letztere habe man stark verbreitert und mit Reihenhäusern bebaut, die man »in jedem belanglosen Neubaugebiet« finde.

Die Bilder sollten Menschen und Kommunen auch mahnen, welch individuelle Gebäude durch die Abrissarbeiten vernichtet wurden. »Vielleicht kann man damit auch Eigentümer alter Häuser ermutigen, bisher unter Putz liegendes Fachwerk freizulegen und so zu einer schöneren Altstadt beizutragen«, sagt Wismar.

»Die Wolfsgasse trug ihren Namen niemals so, sondern war eine postalische Verlängerung der Obergasse«, berichtet Stein. Lediglich der Volksmund habe diese Straße so genannt. Prachtvolle Gebäude habe man vernichtet, »um modern zu sein«. Wenigstens seien die reichhaltigen Fachwerkschnitzereien der Wildemannsgasse gerettet und an einem der Neubauten angebracht worden. Noch heute erinnert sich Stein an die großflächigen Arbrissarbeiten. Der Schaukasten ist jährlich von April bis Ende Oktober zu besichtigen. Apotheken-Inhaber Rossbach stellt das Schaufenster kostenlos bereit.

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