Wer einen Blickfang fürs eigene Wohnzimmer oder als Hingucker im Büro sucht, wird neuerdings in der Online-Galerie des Kunst- und Kulturforums Laubach fündig - auch auf Mietbasis. Wie wäre es mit diesem Diptychon von Monika von Eschenbach: "Invitation by the shark I + II" ("Einladung durch den Hai"). FOTO: PM
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Wer einen Blickfang fürs eigene Wohnzimmer oder als Hingucker im Büro sucht, wird neuerdings in der Online-Galerie des Kunst- und Kulturforums Laubach fündig - auch auf Mietbasis. Wie wäre es mit diesem Diptychon von Monika von Eschenbach: "Invitation by the shark I + II" ("Einladung durch den Hai"). FOTO: PM

Online-Galerie

Vernissage rund um die Uhr beim Kunstverein Laubach

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
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Vernissage verpasst, Öffnungszeiten vergessen? Im wahrsten Sinn völlig zeitlos können Kunstfreunde ihrer Leidenschaft nun dank eines Angebots des Kunst- und Kulturforums Laubach nachgehen.

Vernissage verpasst, die Galerie nicht ge funden oder die Öffnungszeiten vergessen? Im wahrsten Sinn völlig zeitlos können Kunstfreunde ihrer Leidenschaft nun dank eines neuen Angebots des Kunst- und Kulturforums Laubach nachgehen.

Galeriebesuch auf der Couch

So ändern sich die Zeiten: Noch vor wenigen Monaten musste man einen Besuch in der Galerie "Stiftstraße N° 5" zeitlich einplanen, weil das damalige Vorzeigeprojekt des Kunst- und Kulturforums Laubach nur wenige Stunden am Wochenende geöffnet war. Doc h nun stellt der Verein Kunst rund um die Uhr zur Verfügung: Die neue Galerie ist jetzt virtuell. Ein Rundgang ist bequem von jedem PC, Tablet oder Smartphone aus unter www.kunstforumlaubach.demöglich. Erster Vorsitzender Arnold Schleier vermag schon kurz nach dem Start des neuen Portals seine Begeisterung nicht zu verbergen: "Ich frage mich ernsthaft: Wieso haben wir das nicht schon viel früher gemacht?"

100 Ausstellungen in 17 Jahren

Der vergleichsweise kleine Kunstverein hat in den vergangenen 17 Jahren immerhin an die 100 Ausstellungen mit Künstlern aus ganz Deutschland organisiert - für das Residenzstädtchen ist das eine beachtliche Größenordnung.

In den Anfangsjahren war der 2003 gegründete Verein in der "Schlossgalerie" beheimatet, dort fanden auch mehrere überregional beachtete Künstlersymposien statt. 13 Jahre und etwa 70 Ausstellungen später aber benötigte das gräfliche Haus die Räumlichkeiten - von Anfang an kostenfrei dem Verein überlassen - zur Unterbringung von Büchern.

Fixkosten kaum zu stemmen

So machte sich der Verein auf die Suche nach einer geeigneten Lokalität, und fand in der Stiftstraße 5 ein geeignetes Quartier. Ab 1. Mai 2016 konnte dort Kunstschaffenden und -interessierten wieder ein Forum geboten werden.

Doch Ende 2019 zog das Kunst- und Kulturforum Laubach die Reißleine. "Die Fixkosten wuchsen uns irgendwann über den Kopf", resümiert Schleier. Neben der Miete schlugen etwa Kosten für Einladungskarten, Porto und Aufsichtspersonal zu Buche. Schleier: "Ruckzuck waren ein paar Hundert Euro weg".

Galerie wird ständig aktualisiert

Den Umzug in die virtuelle Galerie haben auf Anhieb ein Dutzend Künstler mit insgesamt rund 100 Arbeiten begleitet. Manche kennt man schon aus der oberhessischen Region oder aus früheren Ausstellungen: Karl Dudek, Josef Krahforst, Moni Bernard, Gerald Müller, Katja Niebuhr, Jan Maria Dondeyne, Barbara Chareza, Hartwig Schuchart, Armin Enders, Kathrin Hoffmann, Monika von Eschenbach und Angelika Eichenauer. Das aktuelle Line-up ist dabei erst der Anfang, in nächster Zeit werden es immer mehr. Etliche weitere Künstler haben dem Vernehmen nach bereits ihr Interesse zum Mitmachen bekundet. Schleier: "Die Galerie wird ständig aktualisiert. Es kostet ja nichts".

Kunst zum Kaufen und/oder Mieten

Warum aber der ganze Aufwand? "Weil uns die Kunst und die Künstler am Herzen liegen. Besonders diejenigen, die freischaffend sind und von ihrer Kunst leben müssen", unterstreicht der Kulturvereinsvorsitzende.

Neben dem virtuellen Besuch bietet die Online-Galerie aber auch die Möglichkeit, Kunstwerke zu kaufen und/oder zu mieten. Schleier: "Kunst zu besitzen heißt nicht nur Lebensfreude zu haben, sondern auch Lebensfreude zu geben". Wer sich also bis zu seinem Lieblings-Kunstwerk durchgeklickt hat, muss nichts weiter tun, als mit dem Verein Kontakt aufzunehmen - "wir kümmern uns um alles Weitere", sagt Schleier.

Umgekehrt gibt es für Künstler die Möglichkeit, das Ausstellungsforum zu nutzen; Bewerbung mit kurzer Vita und einigen Fotos der aussagekräftigsten Arbeiten genügt. Freischaffende werden bevorzugt.

Kunst-Flohmarkt geplant

"Nach Corona" möchte der Verein neben Malkursen und Workshops auch wieder den Kunst-Flohmarkt "Originales und Originelles" anbieten. Diese Veranstaltung hatte im Vorjahr für einen großen Besucherzustrom im Alten Bahnhof gesorgt. Neben jener Location kämen dafür möglicherweise auch leerstehende Häuser innerhalb von Laubach in Frage; in gewisser Weise steht hierfür die "Kunst in Licher Scheunen" Pate (für 2020 abgesagt). Wer sich an Kunstwerken in der eigenen Wohnung sattgesehen hat und diese verkaufen möchte, könnte in Laubach einen Abnehmer finden.

Weitere Informationen zur virtuellen Galerie sind für Kunstfreunde und interessierte Künstler unter www.kunstforumlaubach.deabzurufen. Kontaktmöglichkeit per E-Mail an info@kunstforum-laubach.de

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