Laster müssen in der engen Kurve im Ortskern die Gegenspur mitbenutzen, um überhaupt um den Knick zu kommen. F.oto PAD
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Laster müssen in der engen Kurve im Ortskern die Gegenspur mitbenutzen, um überhaupt um den Knick zu kommen. F.oto PAD

Verkehrssituation harte Nuss für Bürgermeisterkandidaten

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Laubach(pad). Florian Kempff, Matthias Meyer und Björn Erik Ruppel bewerben sich um das Amt des Laubacher Bürgermeisters. Bei der Podiumsdikussion in Röthges wurde allen drei vor eine harte Nuss gesetzt: Die Verkehrssituation im Dorf.

Seit Jahrzehnten rollt der Verkehr durch den engen Ortskern. Besonders die Ecke Riedstraße/Heerstraße ist der Knackpunkt: In der 90-Grad-Kurve können sich Laster nicht ausweichen, ein Fahrzeug muss stets zurücksetzen. Der Bürgersteig werde regelmäßig von Fahrzeugen überrollt, die die Kurve schneiden. Eine Anwohnerin sagte: "Ich kann den Lasterfahrern aus dem Fenster meines Hauses die Hand geben."

Kempff gestand ganz offen ein, dass dies kein bequemes Thema sei. Er schlug vor, eine Ampel aufzustellen, sodass der Verkehr ausgebremst wird und sich die Lasterfahrer so vielleicht andere Wege suchen.

Meyer sah in einer Ampel keinen Lösungsweg: "Das würde die Röthgeser selbst blockieren." Er warb für optische Hindernisse, damit die Fahrer eher abbremsen. "Ein Smiley auf dem Dialogdisplay allein bringt nichts."

Ruppel: Stadt kann nichts machen

Ruppel erinnerte daran, dass der Bürgermeister auf der Landesstraße keine Schilder aufstellen lassen dürfe. Er könne sich nur ständig bei der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil dafür einsetzen, dass etwas passiert.

Bürger fragten nach, wann es ein Neubaugebiet für Röthges geben wird. Ruppel sagte, dass er den Widerstand gegen das Gebiet in der Stadtverordnetenversammlung nicht nachvollziehen könne. Die Plätze würden dringend benötigt.

Zu den Plänen für einen Umbau des "Löschteichs" in einen Naturteich mit Badestelle fragte ein Bürger, ob die Stadt Laubach als Schwimmbadbetreiber daran überhaupt Interesse habe. Meyer sieht darin keine Konkurrenzsituation, es würde bei den Besucherzahlen kaum ins Gewicht fallen. Zudem: "In einer Badestelle wird anders geschwommen als in einem Schwimmbad."

Kempff sagte dazu, dass ein Dreijähriger nicht einfach so nach Laubach komme. Zudem würden bereits jetzt die Bürger das ihnen nächste Schwimmbad ansteuern. Ruppel bestätigte dies: Er sei in Münster groß geworden, damals regelmäßig im Freibad zu Gast gewesen. "Nicht alle Ortsteile gehen ins Laubacher Schwimmbad." Die Hauptkonkurrenz sei dabei vor allen Dingen in den privaten Pools zu sehen.

Ein Münsterer Bürger fragte nach Konzepten für die Energiewende. Meyer schlug vor, eine Bürgergenossenschaft zu gründen, die sich auf Fotovoltaik spezialisiert und von der Stadt unterstützt wird. Dabei sei es auch ein verbindendes Element, wenn ein Röthgeser Bürger von einer Solaranlage in Altenhain profitieren könne. Bedenken zur Haltbarkeit der Anlage zerstreute er: Mit den Jahren ginge zwar der Ertrag zurück, der Betrieb lohne sich aber weiterhin.

Werbung für Gießen nervt Kempff

Ruppel griff die Idee auf, schlug vor, Fotovoltaikanlagen auf den ehemaligen Schlammteichen bei Freienseen zu errichten. Auch Kempff fand die Idee gut. Er sprach sich zudem für Maßnahmen aus, um den Individualverkehr zu reduzieren.

Ein Baustein dafür sei, dass man in Laubach alles findet, was man braucht. Kempff: "Ich finde es nervig, dass in Laubach Werbung für die Stadt Gießen gemacht wird."

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