"Unsere Gäste leben völlig autark"

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Laubach(pm). Hotels sind wegen der hohen Coronafallzahlen geschlossen. Pensionen und Campingplätze auch. Dass aber das allgemeine Beherbergungsverbot auch für private Ferienhäuser und -wohnungen gilt, können deren Vermieter nicht verstehen: "Wo sonst sollte es denn sicherer sein, als in Ferienwohnungen und Ferienhäusern seine Freizeit zu verbringen?" Deshalb haben sie sich in einem offenen Brief an die Landesregierungen und die Bundesregierung gewandt. Unterstützung bekommen sie aus den Rathäusern von Grünberg, Hungen, Laubach und Lich. Dort haben sich die Verantwortlichen des Touristischen Arbeitskreises Westlicher Vogelsberg dem Appell des Zusammenschlusses von privaten Ferienhausvermietern angeschlossen. "Wir stehen hinter unseren FeWo-Betrieben", schreiben Johanna Buckle (Grünberg), Ulrike Haupt (Hungen), Markus Stiehl (Laubach) und Christiane Agel (Lich).

In ihrem offenen Brief an die Politik weisen die privaten Vermieter darauf hin, dass sich die allermeisten Ferienwohnungen in ländlichen Regionen befinden. "Die Kontakte sind daher deutlich geringer als in Ballungszentren, in denen viele unserer Gäste ihr Zuhause und somit ein deutlich höheres Infektionsrisiko haben."

Es gebe in Ferienwohnungen und Ferienhäusern keine Rezeption, keine gemeinsam genutzten Flure, keine Hotelrestaurants usw., in denen sich die Menschen begegnen und gegebenenfalls anstecken könnten.

Von der Anmietung über die Hausübergabe bis zur Abreise werde alles kontaktlos abgewickelt. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, sich kontaktfrei in der Natur zu bewegen. Kontakte zur einheimischen Bevölkerung seien nahezu ausgeschlossen, da Restaurants und andere Begegnungsstätten geschlossen seien. "Unsere Gäste leben völlig autark." Somit sei also nicht mit einem erhöhten Infektionsgeschehen zu rechnen, zumal die Masse der Gäste mit dem eigenen Fahrzeug anreist.

Viele vor dem Ruin

Die Privatvermieter fordern, das Beherbergungsverbot in diesem Bereich aufzuheben. "Es kostet nichts und hilft vielen, ohne dass jemand gefährdet wird." In ihem Appell weisen sie darauf hin, dass bei den bisherigen Hilfen die privaten Vermieter augenscheinlich komplett ignoriert worden seien. Daher stünden viele nun vor der Privatinsolvenz oder seien schon insolvent. Viele hätten ihre Ersparnisse in den Erwerb einer Immobilie gesteckt, um eine sichere Rente zu haben. Die Kredite seien mit den Einnahmen aus Vermietung getilgt worden. "Aktuell wurde uns nun auch der vierte Monat genommen, um die für uns überlebenswichtigen Einnahmen zu generieren."

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