»Unsachlich und falsch«

  • Thomas Brückner
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Laubach (tb). Gegen »unsachliche und falsche« Äußerungen, auch in der Stadtpolitik, die ihr Projekt und ihren Umgang mit den Vertragsvereinbarungen in ein völlig falsches Licht rückten, wehrt sich die Gade Bau GmbH. Nachzulesen ist dies in einem Schreiben an die Stadt, das den Fraktionen zur Kenntnis gegeben worden ist.

Wie bekannt, will das Kirchhainer Unternehmen im »Musikerviertel« drei Mehrfamilienhäuser bauen, wird die Planung von einer Anlieger-BI, aufgegangen im Verein »Lebenswertes Laubach«, als zu massiv kritisiert. Im Blick auf den im April erwarteten Beginn der Abrissarbeiten am Ex-Singalumnat vermisst der Verein die Vorlage des Schadstoffgutachtens, fürchtet man doch die Gesundheitsgefährdung durch Asbest. Laut Bürgermeister Klug ist das Gutachten fertig, wird rechtzeitig zu Beginn der Arbeiten vorgelegt (die GAZ berichtete). Dies bestätigt der Bauträger nun auch in seinem Schreiben: Vertraglich vereinbarte Untersuchungen seien im August 2020 an ein Wetzlarer Fachinstitut vergeben worden. Das Gutachten werde gemäß Genehmigung mit der Baubeginnsanzeige rechtzeitig bei der Bauaufsicht eingereicht. Nicht anders verhalte es sich bei der Bestandsaufnahme der Straßen und Gehwege, womit im Oktober 2020 ein Marburger Büro beauftragt worden sei. »Entsprechende Begehungen erfolgten rechtzeitig«, eine Bestandsaufnahme Wochen vor Arbeitsbeginn ergebe keinen Sinn. Im Durchführungsvertrag ebenso vereinbarte »Einbeziehung von Nachbargebäuden« werde analog zur Bestandsaufnahme der Verkehrswege erfolgen.

»Augenscheinlich keine erhöhte Gefahr«

Die Auftragsunterlagen, auch für die ökologische Baubegleitung, wurden von Gade Bau dem Schreiben beigefügt.

Auf Nachfrage beim Landkreis heißt es zunächst, die Einhaltung der artenschutzrechtlichen Auflagen werde natürlich von der Unteren Naturschutzbehörde überwacht. Was aber die Regelungen im Durchführungsvertrag zwischen Stadt und Investor angeht, so seien diese der Bauaufsicht nicht bekannt und auch nicht Gegenstand der baurechtlichen Beurteilung.

Bauvorlagen für Abbruchmaßnahmen dürften freilich nur Personen erstellen, die die erforderliche Sachkunde und Erfahrung hätten. Mit dem Abbruchantrag fürs Singalumnat sei ein Abbruch- und Entsorgungskonzept vorgelegt worden, darin diese Einschätzung des Architekten: »Nach Inaugenscheinnahme der in den abzubrechenden Baukörpern verbauten Materialien lässt sich keine erhöhte Gefahr von schadstoffbelasteten Materialien vermuten.« Dieses Konzept sei, so wieder der Kreis, Bestandteil der Baugenehmigung zum Abbruch. Die ordnungsgemäße Ausführung des Abbruchs obliege der Bauherrschaft. »Beim Verdacht auf mit Asbest kontaminierte Baustoffe«, so der Kreis abschließend, »bestehen technische Regeln zu Ausbau und Entsorgung, auf die in der Baugenehmigung verwiesen wird.«

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