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Die Aufführung von Purcells "King Arthur" kommt beim Publikum sehr gut an.

Über eine Legende und das Leben

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Laubach (dis). Im Laubacher Schloss weist die Musik eine lange Tradition auf. Seit etwa 20 Jahren spielt dabei die Oper eine wichtige Rolle. Es gab über viele Jahre eine Opernwerkstatt, bei der junge internationale Sänger in Sommerkursen die Möglichkeit gegeben wurde, ihr Können zu verfeinern und sich einer Fachwelt zu präsentieren. Graf Karl Georg zu Solms-Laubach, ein ausgewiesener Opernfreund, ist stolz darauf, dass schon einige Opernsänger den Start ihrer Karriere in Laubach begannen.

Trennung von Sprache und Gesang

Mit der diesjährigen Inszenierung der barocken Dramatischen Oper "King Arthur" von Henry Purcell knüpft man an diese Tradition an. Wenn man auch nicht mit den großen Opernhäusern der Welt konkurrieren kann, so füllt man doch eine Nische aus und braucht sich nicht zu verstecken.

Professionelle Musiker wurden wieder mit begeisterten Amateuren zusammengebracht und boten in der Herrenscheune eine Inszenierung dar, die den hohen Erwartungen gerecht wurde, wie man am begeisterten Applaus des Publikums nach zweieinhalb Stunden Spieldauer feststellen konnte.

Das besondere an den beiden Aufführungen bestand darin, dass entgegen den vom Komponisten geschaffenen Bühnenwerken als Semi-Opern der Anteil des Sprechtheaters kürzer war als die Musik. Bei der Semi-Oper treten Schauspieler auf, die nicht singen, und Sänger, die im Drama nicht selbst agieren. Das Original basiert auf der Legende von König Artus. Er soll um 500 nach Christus regiert und sein Volk nach dem Abzug der Römer erfolgreich gegen die Sachsen verteidigt haben.

Der Sprechteil bestand aus einer Paraphrase über das Leben der Menschen mit all seinen unterschiedlichen Facetten auf dem Planeten Erde, wie es auch Außerirdische möglicherweise wahrnehmen würden. Die Texte der Schauspieler Dimitrios Bakakis, Julia Hasenpflug, Merlit Hühnergart, Michaela Ziegler und Adelheid Engst wurden sparsam und mit wenig Bewegung eingesetzt, so dass sie noch mehr Nachhall fanden. Ergänzt wurde das ganze mit ausdrucksstarken szenischen Tanzeinlagen, dargeboten von der Tanzgruppe Kuhla mit Anja Kuhla, Ingrid Gehre und Käthe Wilhelmi.

Regisseurin Adelheid Engst gelang es, Sprache und Musik in einem ausgewogenen Verhältnis miteinander zu verbinden. Dabei konnte im musikalischen Part das Orchester "La Visione" und der Schlosschor unter der Leitung von Wolfgang Schult manchen Glanzpunkt setzen.

Chor und Orchester schufen ein Klangbild, das harmonischer nicht hätte sein können. Hier fügten sich die Gesangssolisten nahtlos und stimmgewaltig ein: Miriam Hannah Adorf (Sopran), Käthe Wilhelmi (Sopran), Christa Löffler (Alt), Bernhard Klement (Tenor) und Marcus Licher (Bariton). Nach dieser höchst gelungenen Aufführung darf man gespannt sein, welche Opernaufführung die Musikfreunde beim nächsten Mal wieder in das Laubacher Schloss locken wird.

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