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Musterflächen zur Freilegung der Wandmalereien begutachten (v. l.) Pfarrerin Anke Stöppler, Pfarrer Jörg Niesner sowie Werner Hühnergarth, Susanne Koch und Ulrich David Möll.

Trauerfeiern vorerst im Freien oder in der Stadtkirche

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Laubach(pm). Bereits seit einigen Tagen stehen Handwerker-Autos an der Laubacher Friedhofskapelle. Nach langen Überlegungen und Planungen hat nun der Umbau der Kapelle am Rande des Laubacher Friedhofs in der Hungener Straße begonnen. Aus dem anfänglichen Gedanken, dem Innenraum des in neugotischem Stil erbauten und 1907 eingeweihten Gebäudes mal eben einen neuen Anstrich zuteil werden zu lassen, wurde inzwischen ein großes Projekt, da die wiederentdeckten Jugendstil-Wandmalereien aus der Bauzeit zunächst freigelegt und im Bestand gesichert werden müssen.

"Wir sind alle schon sehr gespannt, was da alles zum Vorschein kommen wird", berichtet Pfarrer Jörg Niesner, der seit Januar neu auf der Laubacher Pfarrstelle begonnen hat. Das Projekt begleiten seitens des Kirchenvorstandes der evangelischen Kirchengemeinde Laubach Ulrich David Möll, Torsten Kümmel, Werner Hühnergarth und Pfarrerin Anke Stöppler schon länger.

Gemeinsam machte man sich bei einem Termin auf der Baustelle ein Bild vom Stand der Arbeiten und insbesondere der Freilegung der Malereien durch einen Fachbetrieb für Restaurierung. Kirchenvorstandsvorsitzende Susanne Koch sagte, nun habe das lange Warten vieler Laubacher auf die überfällige Renovierung der Kapelle ein Ende.

Während die meisten Friedhofshallen und Kapellen nach dem Krieg kommunalisiert wurden, befindet sich das Gotteshaus am Laubacher Friedhof noch immer im Besitz der Evangelischen Kirche. Dass die Kirchengemeinde die Renovierung stemmen kann, verdankt sie auch den Zuschüssen der Stadt. An deren Freigabe hing, aufgrund des nicht genehmigten Haushalts, zuletzt der Start der Baumaßnahmen.

Laut Kirchenvorstand ist mit etwa einem halben Jahr Bauzeit zu rechnen. In der Zwischenzeit kann die Friedhofskapelle nicht für Trauerfeiern genutzt werden. Ein Großteil der Trauerfeiern auf dem städtischen Friedhof werde nun im Freien stattfinden. Sollten Angehörige von Verstorbenen aus der Kirchengemeinde eine Trauerfeier in der Stadtkirche wünschen, werde man versuchen, dies zu ermöglichen, so Koch. Während der Bauphase werde man in jedem Fall individuell beraten, wie eine würdige Trauerfeier aussehen könne. Pfarrerin Anke Stöppler und deren Kollege Niesner sind zuversichtlich, dass in jedem Fall eine gute Lösung gefunden werden kann. Für Bestattungen katholischer Christen zeichne die katholische Kirchengemeinde St. Elisabeth verantwortlich, erläuterte Susanne Koch. Auch mit den Katholiken sei der Umbau abgestimmt und man ist entsprechend vorbereitet.

Nun, so heißt es aus dem Kirchenvorstand, freue man sich bereits auf die Wieder-Einweihung der frisch sanierten Friedhofskapelle. Diese sei wirklich ein Kleinod für die Stadt Laubach. FOTO: PM

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