Wird saniert: der Schwanenteich im Laubacher Schlosspark. FOTO: TB
+
Wird saniert: der Schwanenteich im Laubacher Schlosspark. FOTO: TB

Faulschlamm

Teiche im Laubacher Schlosspark trockengelegt

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
    schließen

Die Karpfen im Schwanenteich des Schlossparks zu Laubach können schon mal die Umzugskisten packen: Um dem Faulschlamm Herr zu werden, wird das Gewässer trockengelegt. Was nur der erste Schritt ist.

20 000 Euro stehen im Haushalt der Stadt Laubach bereit, um die beiden Teiche im Schlosspark zu sanieren. Eine teure Angelegenheit, so die Erwartung, ist doch besagte Summe nur für die Planung etatisiert worden. Was es am Ende kosten würde, blieb zwar offen, mit einem sechsstelligen Betrag aber werde man rechnen müssen.

Faulschlamm soll mineralisieren

Jetzt aber steht fest: Die Sache kommt günstiger, bedarf es doch nicht der zunächst vorgesehen aufwendigen Entschlammung unter Einsatz schwerer Maschinen. Stattdessen werden die Gewässer abgelassen, ein Jahr lang sollen sie trockenfallen, auf dass der für Teichbewohner potenziell ungesunde Faulschlamm mineralisiert, vulgo zu Erde wird.

"Nach Ansicht von Fachleuten", so Laubachs Ortsvorsteher Günter Haas, "ist dies die ökologisch und auch finanziell sinnvollste Vorgehensweise". Hinzu komme, dass das Ausbaggern bzw. Absaugen des Schlamms - verbunden mit der Anfahrt von und Abfuhr durch schweres Gerät - wohl Schäden an Wegen oder Wiesen des Parks verursacht hätte.

Im April hatte es einen ersten Ortstermin zur vom Ortsbeirat angestoßenen Teichsanierung gegeben (es wäre die erste seit rund 50 Jahren gewesen). Mit dabei der Biologe Dr. Markus Dietz, der im Vorfeld ein Grobkonzept erstellt hatte. Dass dazu weitestgehende Übereinstimmung bestanden habe, merkte Haas an.

Vor zehn Tagen dann ein weiteres Treffen, um die technische Umsetzung zu erörtern. Und um die Sache "über die politischen Gremien und damit finanziell auf den Weg zu bringen", wie es der Ortsvorsteher formuliert. Mit dabei wieder Dietz, ferner Bauamtschef Martin Bouda, Jan Ulbrich vom Bauunternehmen Böning sowie Günter Haas. Im Ergebnis einigte man sich auf skizzierte Alternative, wobei jetzt der Schwanenteich als erster abgelassen werden soll. Zudem soll ein Weidengeflecht die verunkrautete Steinschüttung als Uferbefestigung ersetzen. Das gräfliche Haus als Eigentümer des Parks habe bereits seine Zustimmung bekundet, teilte Haas im GAZ-Gespräch mit.

Der nun mit Prof. Lierz (Arbeitskreis Wildbiologie der JLU Gießen) klären will, wie mit dem Fischbestand umzugehen wäre. Karpfen & Co. können sich somit schon mal auf einen Tapetenwechsel einstellen. Abzuwarten bleibt ebenso ein Kostenvoranschlag der Baufirma für die neue Uferbefestigung.

Nach Beißattacke: kein Schwan mehr da

Wenige Tage nach dem Ortstermin tagte der Ortsbeirat, der dem Konzept wie der neuen Abfolge zustimmte. Zunächst nämlich hatte der Inselteich als erster an die Reihe kommen sollen. Warum? Der Schwanenteich ist von größerer Attraktivität für die Parkbesucher, auch bedarf es keiner Rücksicht mehr auf den namensgebenden Vogel, da er vorigen Herbst, vermutlich durch einen freilaufenden Hund, tödlich verletzt worden war.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare