Stadt setzt auf Urlaub vor der Haustür

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Laubach(tb). Wird das Virus Laubachs Freibad ungeahnte Besucherströme bescheren? Michael Köppen, Prokurist der Bäder und Service GmbH, setzt darauf. Torpediere doch die Pandemie die Reisepläne vieler Menschen. Nicht wenige dächten sich dann: "Kein Strandurlaub, wenigstens haben wir unser Schwimmbad mit der großen Liegewiese."

Um auf den "Boom" - die Lockerung des Lockdowns vorausgesetzt - vorbereitet zu sein, wird das Bad auf Vordermann gebracht (die Grundsanierung soll 2021 folgen). Anfang Juni werde man damit fertig sein, erklärte der Chef der 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stadt. Und das Hallenbad? Wie andernorts ist es seit dem 16. März wg. COVID-19 geschlossen. Die vier Mitarbeiter haben alten Urlaub und auch Überstunden abgefeiert. "Ja, so viele Stunden hatten sie", betonte Köppen in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Die Folgen der Krise für die GmbH-Bilanz schätzte er als erträglich ein; wohl auch eingedenk des beantragten Landeszuschusses von 15 000 Euro. Zumal: "Wir haben in der Vergangenheit gut gewirtschaftet, die Liquidität ist gesichert." Mit Hinweis auf Ängste vor Ansteckung äußerte freilich Dirk-Michael Hofmann (FBLL) seine Zweifel, was die Erwartung eines guten Freibadjahres angeht.

Open-Air-Kino?

Wieder Köppen ergänzte noch, die Pandemie habe seine weiteren Aufgabenfelder - Leerstandsmanagement und Ruheforst - nicht tangiert.

Der Eilausschuss hatte "Krisen-Berichte" beider Tochtergesellschaften wie auch der Verwaltung eingefordert. Als Prokurist der Kultur- und Tourismus-GmbH listete Markus Stiehl die Absagen geplanter Veranstaltungen auf. Wesentlich: Fast für alle konnte mit den Künstlern eine Verschiebung auf 2021 unter gleichen Vertragsbedingungen vereinbart werden. Einzig ersatzlos gestrichen wurde das Open-Air-Kino, wo man, eventuell mit einem anderen Partner, ein neues Konzept wünsche. Der E-Bike-Verleih laufe im Übrigen weiter. Fazit: "keine großen finanziellen Risiken".

Was das Rathaus betrifft, verwies Bürgermeister Klug auf die Einschränkung der Dienstleistungen. Im Übrigen kümmere sich ein Verwaltungsstab, zu dem man auch die Feuerwehr hinzugezogen habe. Die Verstöße gegen Pandemie-Verordnungen in Laubach hielten sich in Grenzen, die Polizei kontrolliere. Die Kritik von SPD, FBLL und Grünen an mangelnder Transparenz ("keine Info über Beschlüsse des Verwaltungsstabs") oder der Teilnahme von Parlamentschef Kühn (FW) ließ Klug nicht gelten: Über Verwaltungsinterna müsse er nicht berichten, Kühn sei als Koordinator der Ehrenamtsagentur "Laubach hilft" dabei. "Alles ist gesetzeskonform."

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