Das "Hochzeitshaus" in der Grünemannsgasse. FOTO: TB
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Das "Hochzeitshaus" in der Grünemannsgasse. FOTO: TB

Stadt sagt Ja zum "Hochzeitshaus"

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Laubach(tb). Es handelt sich um eines der kreisweit seltenen Zwerchgiebelhäuser und - aus künstlerischen, geschichtlichen wie städtebaulichen Gründen - ein Kulturdenkmal. Die Rede sei vom Laubacher "Hochzeitshaus", anno 1674 vom gräflichen Oberförster Petrus Thylius erbaut. Irgendwann - wann genau, weiß man nicht - hatten sich in dem repräsentativen Fachwerkgebäude Paare das Jawort gegeben.

Auf dass es nicht - wie andere stadtbildprägende Bauten - verkomme, hatte es die Hessische Landgesellschaft im Auftrag der Kommune Anfang des Vorjahres erworben.

Geschäftsräume und Wohnungen

Ziel der Kommune und vor allem der IKEK-AG "Innenstadtentwicklung" war es, einen Investor zu finden, der das Anwesen im Sinne der Stadterneuerung (IKEK) zu einem Ort der Kommunikation machen würde. Eventuell mit einem Café im Erdgeschoss, Büros für Start-ups oder einer Kindertagesstätte.

Ende Februar lief die Frist ab, bis dahin sollten sich Kaufinteressenten melden und ihr Nutzungskonzept vorstellen. Doch nur eine Bewerbung eines Ehepaars ging ein. Sein Konzept: Im Gebäudeteil zur Straße hin soll eine kleine Gewerbeeinheit und eigengenutzter Wohnraum entstehen, die Scheune zu Mietwohnungen umgebaut, im Hinterhof sollen Garagen errichtet werden. Auch wenn besagte Ideen der IKEK-AG nicht zum Zuge kommen, hat diese doch einstimmig dem Verkauf zugestimmt. So deren Sprecher Björn Erik Ruppel am Dienstag im Hauptausschuss. Das in Zeiten der Corona-Pandemie zum "Ersatzparlament" avancierte Gremium folgte am Ende der Empfehlung - einstimmig. Begleitet nur von leisem Bedauern: "Wir hatten uns ein Kommunikationszentrum gewünscht, etwa Gastronomie in Marktplatznähe", seufzte Hartmut Roeschen (SPD), "jetzt sind’s wieder Wohnungen."

Was das einstimmige Votum befördert haben mag: Mit dem Kaufpreis von 166 000 Euro sind alle Kosten der Stadt - vom Erwerb für rund 145 000 Euro bis zum Hausmeisterlohn - gedeckt.

Länger diskutiert wurde im Ausschuss, ob man - ähnlich Baulandverkäufen - eine Frist zur Sanierung setzen könnte. Auch das Verbot der Weiterveräußerung ward angeregt. Michael Köhler (Grüne) führte dazu den "Solmser Hof" und das Alte Rathaus an: "Die gammeln jetzt vor sich hin." Womöglich erleide auch noch die "Traube" dieses Schicksal. Nicht nur Ruppel führte da rechtliche Bedenken ins Feld. Die Sorgen über ein weiteres "Gammelobjekt" teilt er nicht: Die Käufer hätten einen guten Eindruck gemacht, zudem wollten sie die IKEK-Fördermittel nutzen - bis zu 60 Prozent winken hier, doch endet die Antragsfrist 2023.

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