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Nur für die Presse mal hinterm Tresen von Laubachs neuer Post: Leerstandsmanager Michael Köppen, Diana Franz (Tourismus & Service GmbH) sowie Bürgermeister Peter Klug und Erste Stadträtin Isolde Hanak.

Zurück in öffentliche Hand

Stadt Laubach betreibt neue Postfiliale

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Kein Scherz: Am 1. April öffnet in der Bahnhofstr. 18 Laubachs neue Post - und den Postillon gibt die Stadt. Betreiberin nämlich ist die Tourismus & Service GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Kommune.

Fände das Vorbild viele Nachahmer, würde es Bürgermeister Peter Klug freuen. Gelte es doch, nach dem Scheitern der Privatisierung dem Bürger diese wichtige Dienstleitung zu sichern.

Und das in angemessener Form: Mit Blick auf die gesetzliche Verpflichtung der Post, in Orten ab 2000 Einwohnern ein Mindestangebot vorzuhalten, meinte Bürgermeister Klug: »Wahrscheinlich wäre irgendwo ein Container hingestellt worden.«

Regio-Markt zweites Standbein

Der scheidende Verwaltungs-chef (»das ist mein Abschiedsgeschenk«) erinnerte beim gestrigen Lokaltermin an die Vorgeschichte: Für Donka Ruckelshausen, selbstständige Betreiberin der alten Filiale in der Stiftstraße, habe es sich spätestens mit dem Abzug der Postbank nicht mehr gelohnt, Klug zufolge gestaltete sich die Suche nach einer privaten Nachfolgelösung schwierig, selbst Märkte im Gewerbegebiet hätten abgewunken. Für eine Übernahme durch die Stadt habe man dann schon »einige dicke Bretter bohren müssen«. Doch schließlich folgte das Stadtparlament dem Vorschlag, die Geschäftsräume in der Bahnhofstraße zu mieten, 30 000 Euro in die Renovierung zu investieren, um dort die Postfiliale zu betreiben. Ein Konzept mit gleich mehreren Vorteilen. So sieht es Klug und nicht minder GmbH-Prokurist und Leerstandsmanager Michael Köppen: Nach zwei Jahren werde ein verwaistes Ladengeschäft in zentraler Lage wiederbelebt und trage dank der im Schnitt 200 Postkunden täglich zur Belebung der Innenstadt bei. Klug zufolge bot sich hier die »einmalige Chance, als Kommune selbst mit anzupacken und ein Zeichen zu setzen.« Zumal das Mietobjekt, zuletzt Physiotherapie-Praxis, ideal gelegen sei: Anders als in der Stiftstraße finden sich hier genug Parkplätze, blockiert kein Kunde und kein Anlieferer den (Durchgangs-)Verkehr.

Da Ruckelshausen, jetzt als Angestellte der GmbH, weiter die Post führt, ist auch das nötige Know-how vorhanden. Für die Vertretung will die GmbH 450-Euro-Kräfte engagieren. Klug wie Köppen hoffen nun, der Laden werde ein neuer »Anlaufpunkt« für die Laubacher. Was dafür spricht: Neben der Post zieht ein Regio-Markt ein. Bis dato sind ein halbes Dutzend Mieter für die SB-Regale gefunden, darunter Bio-Landwirt, Obstbauer oder eine kleine Kaffee-Rösterei. Hinzu kommt ein Verkaufsautomat mit regionalen Produkten und eine Lottoannahmestelle. Weitere kreative Ideen seien willkommen, sagte der Rathauschef. Der nicht zuletzt darauf setzt, sein »Abschiedsgeschenk« werde für die Stadt dank der Mieteinnahmen Null auf Null ausgehen.

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Die Filiale in der Bahnhofstraße 18 ist von Donnerstag, 1. April, an geöffnet. Sie ersetzt den Standort in der Stiftstraße 1. Öffnungszeiten: 9 - 12 sowie 14 - 18 Uhr, mittwochs und samstags 9 - 12 Uhr.

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