+
Der Weg ins Sommerlager führt die Laubacher Pfadfinder über Moskau. Besichtigt wird dort auch der Rote Platz.

Sommerlager in der Taiga

  • schließen

Laubach (pm). Seit 23 Jahren besteht eine enge Partnerschaft zwischen den Solmser Pfadfindern aus Laubach und der Russian Union of Scouts aus Nishny Novgorod in Russland. Bereits viermal waren Gruppen aus Laubach dort zu Besuch, mehrfach gab es Gegenbesuche russischer Pfadfinder, dazu kamen gemeinsame Fahrten.

Jetzt gab es ein Jubiläum zu feiern: das 25. Sommerlager der russischen Freunde in der Wildnis der Taiga. Klar, dass es da eine Einladung an die Solmser Pfadfinderschaft gab. 25 Pfadfinder aus nahezu allen Gruppen des Laubacher Stammes "Hagen von Tronje" nahmen teil.

Gut vorbereitet ging es zum Frankfurter Flughafen, von dort nach Moskau. In der Hauptstadt warteten schon die russischen Partner. Im Zentrum von Moskau wurde in einem Hostel das erste Quartier bezogen. Eine abendliche Bootsfahrt auf der Moskwa rundete den Anreisetag ab.

Die russische Hauptstadt wurde zu Fuß und mit der Metro erkundet. Im Kreml gab es eine deutschsprachige Führung - besonders die Schatzkammer und die Kirche mit den Gräbern der Zaren fanden großes Interesse. Auch ein Rundgang auf dem Roten Platz mit Besuch im größten Kaufhaus Russlands sowie die Wachablösung am Grab des unbekannten Soldaten standen auf dem Programm. Abends rundete ein Bummel über Moskaus Prachtstraße Arbat den Tag ab.

Mit einem Schnellzug ging es auf einer Nebenstrecke der Transsibirischen Eisenbahn weiter nach Osten. Ziel war Nishny Novgorod. Dort bezogen die Laubacher im Heim der Pfadfinder Quartier. Abends gab es noch eine Fahrt auf der Wolga.

Der nächste Tag stand im Zeichen der Erkundung der Millionenstadt. Die russischen Pfadfinder hatten dafür von der Provinzregierung einen Bus gestellt bekommen. Besichtigt wurde unter anderem ein Freilichtmuseum. Eine Führung brachte ihnen das Leben der Menschen in dieser Region nahe, russische Folklore - in die auch die Laubacher Besucher eingebunden wurden - rundete den Besuch ab. Ein Erlebnis war die Fahrt in einer Schwebebahn über die Wolga, die dort etwa 1,5 Kilometer breit ist. Die Bahn wurde erst vor wenigen Jahren gebaut, um die Menschen von ihren Wohnungen zu den Arbeitsplätzen, die auf dem gegenüberliegenden Ufer liegen, zu transportieren.

Laubacher Ausschuss nachgestellt

Zu Fuß ging es an der Wolga entlang durch die Altstadt mit ihren Patrizierhäusern aus der Zarenzeit hin zum Kreml. Besonderes Interesse fand die Ausstellung der dort produzierten Fahrzeuge, Panzer und Waffen - Erinnerung an eine Zeit, in der Nishny Novgorod die Waffenschmiede der Roten Armee und für Ausländer gesperrt war.

Dann ging es mit einer Regionalbahn noch weiter nach Osten in Richtung Ural, vorbei an kleinen Dörfern, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, zu einer Haltestelle in der Wildnis. Kein Bahnhof, nur eine Betonplattform, zu der nur Sandpisten führen. Im Lager wurden alle etwa 300 Teilnehmer begrüßt, für die Laubacher gab es ein herzliches Wiedersehen mit langjährigen Pfadfinderfreunden.

Eine große Attraktion im Lager war ein Kletterparcours, unter anderem ging es mit einer Seilrolle über eine 150 Meter lange Bahn tief hinab zu einem See, wo ein Boot die Abenteurer abholte und zum Lager zurückbrachte. Kanufahrten auf dem See, traditionelle russische Pfadfinderspiele auf einer Insel, wo es Spuren der Arbeit einer Biberkolonie zu sehen gab, und Wanderungen in der Taiga rundeten das Lagerprogramm ab. Allzu weit aus dem Lager heraus konnten die Pfadfinder allerdings nicht wandern, denn in der näheren Umgebung waren Bären mit Jungtieren gesichtet worden.

Ein Höhepunkt des Lagers war der "International Day". An diesem Tag stellten sich die Gruppen mit Beispielen aus ihrer Arbeit und Informationen über ihre Heimat vor. Die Laubacher hatten Fotos aus ihrer Stadt und aus Hessen, ein Rezeptbuch mit typisch hessischen Gerichten und Infos zum "Laubacher Ausschuss" dabei. Dieses größte Laubacher Fest erklärten sie ganz praktisch mit einem Schießwettbewerb mit Wasserpistolen auf eine große Zielscheibe, bei dem es für die besten Schützen ein gewebtes Abzeichen mit einem Hammel und dem Solmser Wappen darauf als Preis gab.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare