Gefährliche Kurve

So soll die B 276 zwischen Laubach und Schotten für Biker sicherer werden

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Die kurvenreiche B 276 bei Laubach ist bei Motorradfahrern beliebt. Doch regelmäßig kommt es zu schweren Unfällen. Eine der gefährlichen Kurven soll nun entschärft werden.

Die Bundesstraße 276 zwischen Laubach und Schotten dürfte zu den bekanntesten Streckenabschnitten Deutschlands zählen. Zumindest bei Motorradfahrern, die auf Kurvenreichtum stehen, ihre Ausflugsziele nicht allein nach landschaftlichen Reizen aussuchen. Gerade in der "Knieschleifer-Szene" hat die Strecke einen guten Ruf.

Anders sieht das die Polizei: Deren Unfallstatistiken sprechen eine deutliche Sprache. Gerade in den Nullerjahren ereigneten sich hier viele schwere Unfälle mit Zweirädern, allein 2006 kamen dabei drei Biker zu Tode. Seither aber sind die Zahlen tödlicher Unfälle rückläufig. Tempolimits, Aufklärungsaktionen und/ oder ein erhöhter "Kontrolldruck" der Polizei scheinen zu wirken, die Zahl der teils schwer Verletzten aber ist weiter hoch (siehe Zusatzelement).

Beschilderungen wenig effektiv

Nicht zu vergessen sind bauliche Maßnahmen, wie doppelte Leitplanken oder Prallschutzelemente. Oder die Rüttelstreifen in der berühmten "Applauskurve" unweit des Biker-Treffs "Falltorhaus".

Was Veränderungen der Fahrbahn anbelangt, hat Hessen Mobil jetzt die Planung für eine buchstäblich eingreifende Maßnahme aufgenommen: Eine der gefährlichen Kurven oberhalb von Laubach, etwa 150 Meter hinter der Abfahrt nach Freienseen, soll begradigt werden. Im Auftrag der Straßenbauer verhandelt die Hessische Landgesellschaft (HLG) bereits mit den Eignern der benötigten Grundstücke. Neben dem Erwerb geht es dabei auch um die Eintragung einer Baulast für die Zeit der Bauarbeiten. Alles in allem geht es um rund einen Hektar.

Wie Hessen Mobil auf Anfrage dieser Zeitung vorausschickt, handele es sich bei der B 276 – sie beginnt in Mücke und endet nach rund 115 Kilometern in Lohr – um eine regional wie überregional wichtige Verbindung, für alle Kraftfahrer. Wesentlich aber hier: Bisherige Maßnahmen zur Verringerung der Unfallhäufigkeit durch Beschilderungen zeigten "keine nennenswerten Verbesserungen". Zugleich seien die Verkehrsmengen auf dieser Strecke stetig angestiegen. Deshalb also die Entscheidung der Landesstraßenbauverwaltung, "richtig Geld" in die Hand zu nehmen. Auf 600 Metern, beginnend kurz hinterm Abzweig nach Freienseen, Richtung Schotten, wird ausgebaut.

Aktuelle Verkehrssituation in dem Streckenabschnitt, so weiter Hessen Mobil, sei für alle Verkehrsteilnehmer ungenügend. Aber: "Aufgrund der Kurvigkeit kommt es gehäuft zu Unfällen, die insbesondere den Motorradverkehr betreffen. Aufgrund des Ausbaugrades und der Verkehrsbedeutung der B 276 wird ein so unstetiger Verlauf nicht erwartet, so dass für viele Verkehrsteilnehmer die Kurvensituation nicht rechtzeitig erkennbar ist."

Baukosten von rund 750 000 Euro

Darüberhinaus sei die Fahrbahn durch zahlreiche Flickstellen beschädigt, was auf ein strukturelles Problem des Oberbaus hinweise. Ziel des Ausbaus – Kernstück der Planung ist eine Radienänderung bzw. Begradigung der ersten Rechtskurve (Foto) – ist daher die Erhöhung der Verkehrssicherheit und "Leistungsfähigkeit" des Abschnitts.

Die Baukosten gibt Hessen Mobil nach aktuellem Sachstand mit voraussichtlich rund 750 000 Euro an. Wie erwähnt, verhandele die Hessische Landgesellschaft derzeit mit den Grundeignern. Das Ergebnis, also die Verfügbarkeit der für den Straßenkörper oder die Bauarbeiten benötigten Flächen, entscheide nicht zuletzt über das weitere Baurechtsverfahren. Heißt, ob es einer (zeitaufwendigen) Planfeststellung bedarf oder nicht.

Zurzeit befinde man sich noch in der Entwurfsbearbeitung, wolle diese bis Mitte 2019 abschließen. Ziel der Behörde sei es, anschließend das Baurecht ohne Planfeststellung zu schaffen. "Wann mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, ist hiervon sowie von der weiteren Ausführungsplanung und Bauvorbereitung abhängig".

Vor 2020 also dürfte es also kaum was werden, bis dahin dürften sich die "Knieschleifer" unter den Bikern noch an dieser Kurve ausprobieren können – hoffentlich aber ohne sich und andere zu gefährden.

Sind weitere "Entschärfungen" auf der Strecke zwischen Laubach und Schotten geplant? Ein Ausbau der weiteren Strecke werde geprüft, teilt dazu Hessen Mobil mit, doch bestehe derzeit noch kein konkretes Planungsprojekt.

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