"Situation im Wald ist dramatisch"

  • schließen

Laubach(pm). Über aktuelle Probleme im heimischen Wald informiert die Jagdgenossenschaft Laubach (Kernstadt). Wie in den Vorjahren unterstützt die Genossenschaft die Zusammenarbeit zwischen Stadtwaldstiftung und der Jägerschaft, indem sie einen Termin zur gemeinsamen Begehung der beiden Reviere in der Kernstadt organisiert. Ein kürzliches Treffen war noch nicht von den Versammlungsverboten durch die Corona-Krise betroffen.

Revierförster Ulrich Imhof (Stadtwaldstiftung) begrüßte alle Jagdpächter und deren Jagdaufseher von den Jagdbögen Nord und Süd sowie Gremienmitglieder der Jagdgenossenschaft und ging zunächst auf die dramatische Situation im Wald ein.

Aktuell seien rund 100 Hektar von den Schäden durch Sturm, Trockenheit und in der Folge Käfer- und Pilzbefall betroffen. Unerwartet sei es gewesen, dass bereits zwei zu warme und trockene Jahre ausreichten, im Buchenbestand zu klaren Schäden zu führen. Durch die erfolgreiche Bewirtschaftung über viele Jahre konnte die Stadtwaldstiftung aus ihren regelmäßigen Überschüssen nicht nur viele gemeinnützige Zwecke fördern, sondern es seien auch für die geschätzten Kosten von rund einer Million Euro für die Wiederaufforstung erhebliche Mittel aus Rückstellungen vorhanden. Imhof: "Davon können andere Waldbesitzer nur träumen".

Um die Problematik im Forst zu verdeutlichen hatte der Revierförster drei Bereiche ausgesucht. Zunächst wurde im Areal Ruheforst 2 am Gaulskopf eine ungeschützte Anpflanzung von Nadelgehölzen besichtigt. Hier waren viele Verbissschäden zu erkennen, ein höherer Jagddruck ist erforderlich, vorhandene Hochsitze sind zu ergänzen. Allerdings war dort auch Naturverjüngung festzustellen.

Im Anschluss besichtigte man eine eingezäunte Schonung auf dem Ramsberg. Ein Vergleich zwischen dem Aufwuchs von Kirschbäumen innerhalb und außerhalb zeigte, dass Schutzmaßnahmen sich positiv auswirken. Aber auch an bereits aufgewachsenen Beständen in der Nähe wurde deutlich, dass - wie etwa die Rußrindenkrankheit beim Ahorn - erhebliche Schäden ohne Einwirkung des Wildes entstehen können.

Geschwächte Eschen

Das letzte Gebiet lag in der Flur "Eichberg", wo eine Fläche mit Naturverjüngung von verschiedenen Laubholzarten eingezäunt wurde. Hier zeigte sich ein Nachteil der Zäunung, weil u. a. durch Triebsterben geschwächte Eschen durch Windwurf Zäune beschädigt hatten, durch die das Wild wieder eindringen konnte. Trotzdem sei das Zäunen sinnvoll, da zu viele Flächen betroffen sind, die durch erhöhten Jagddruck nicht abgedeckt werden könne.

Zum Abschluss wurde bei einem gemeinsamen Essen im Laubacher Wald ein einvernehmliches Fazit gezogen: Das gute Jagdergebnis der letzten Saison werde anerkannt; die Jägerschaft möchte alles tun, dies noch zu steigern und so ihren Beitrag zur Bestandssicherung des Waldes leisten. Zudem bitte man die Bevölkerung für die verstärkte Jagdausübung um Verständnis.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare