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Blick in die Ausstellung.

Schwedenhäuser sind keine neue Idee

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Laubach (dis). Eine Schwedenhaussiedlung - was wie ein recht neues Projekt klingt, gab es bereits in den 1970er Jahren. Damals entstand solch eine Siedlung in Wetterfeld. Sie besteht nicht nur aus Häusern im typisch schwedischen Stil, sondern wurde auch mit einer entsprechenden Einrichtung geliefert. Eine nun eröffnete Ausstellung im Heimatmuseum Friedericianum widmet sich der besonderen Siedlung.

Größte Siedlung von Gullringhus

Dr. Kari Kunter sagte bei der Eröffnung, dass bei dieser Ausstellung Texte und Bilder im Vordergrund stehen und die sonst mit Gegenständen gefüllten Vitrinen im Hintergrund bleiben. Es ist die größte Siedlung, welche die schwedische Firma Gullringshus vor fast 50 Jahren in Deutschland gebaut hat.

Die Firma gründete Ansgarius Svensson als 19-Jähriger. Sie ist nach dem Ort Gullringen benannt. 1929 begann er mit der Hausproduktion. Nach 1950 hatten die schwedischen Hausfabriken Hochkonjunktur, da auch in Schweden viele Menschen Wohnungen, am liebsten Eigenheime, brauchten. Im Verbund mit weiteren Firmen als Konzern entwickelte die Firma neue Techniken und gehörte mit bis zu 550 Beschäftiigten zu den größten Hausfabriken Schwedens.

Etwa 13 000 Häuser wurden in den 1970er und 1980er Jahren ausgeliefert. Mit der Eröffnung einer Geschäftsstelle in Bad Homburg erschloss Gullringshus sich auch den deutschen Markt. Doch die Zeiten änderten sich. Die erste Absatzkrise 1980 konnte das Unternehmen noch wegstecken, die zweite um 1990 überlebte das Unternehmen nicht mehr.

Die aus 45 Häusern bestehende Siedlung in Wetterfeld, die von einer Straße umgeben und durch Fußwege gegliedert ist, entstand in drei Abschnitten. Wie in Schweden üblich wurde für Außenwände, Giebel, Treppen und Balkone viel Holz verbaut. Sie wurden nach deutschem Geschmack verklinkert. Die Dächer bestanden aus Wellasbest - heute Sondermüll.

Als Haustyp wurde das Modell Lyan ausgewählt. Es konnte auf eine Bodenplatte, auf ein freistehendes oder ein in den Hang gebautes Untergeschoss gesetzt werden. Alle drei Formen sind in Wetterfeld vertreten.

Mit der Ausstellung wolle man die Erinnerung an die Geschichte der Siedlung wachhalten, sagte Kunter. Als vor vielen Jahren die Vorbereitungen zu der Schau begannen, sei von einer "Schwedensiedlung Grünberg" noch keine Rede gewesen. Es sei nur ein Zufall, dass die Ausstellung zeitlich nun mit dieser zusammenfällt.

Das Herkunftsgebiet, die Geschichte der Firma Gullringshus, der Bau und die Eigenarten der Wetterfelder Schwedenhäuser werden in der Ausstellung gezeigt, die noch bis zum 13. Oktober während der Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden kann.

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