Bürgermeisterwahl in Laubach

"Schusterpech" für glücklichen Sieger Matthias Meyer

  • Thomas Brückner
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Laubach(tb). Ein fairer Wahlkampf ist geschlagen: Matthias Meyer hat mit deutlichen 55,5 Prozent die Stichwahl gegen Björn Erik Ruppel (CDU) gewonnen. Am 1. Juni löst er Bürgermeister Peter Klug ab. Der konnte in seinen zwölf Jahren (zumeist) auf Mehrheiten im Stadtparlament bauen. Ob dies auch der Nachfolger können und ob die Wahl des Bürgermeisters jene des Stadtparlaments beeinflussen wird?

Eine Frage, die Laubachs Politik bewegt. Keine Überraschung: Wie erste Stellungnahmen belegen, gehen die Erwartungen interessenbedingt auseinander. Klar, dass vor allem die Opposition dies erwartet (die GAZ berichtete). Nicht anders Hartmut Görges, Stadtrat der "Bürger für Laubach". Die Wahl Meyers habe gezeigt, dass die Laubacher "was Neues wollen, alte Zöpfe abgeschnitten werden". Dass Meyer das Gros der 10,3 Prozent zu sich herüberzog, die in Runde eins auf Florian Kempff (FDP) entfallen waren, auch davon geht man bei der BfL aus. Ein Indiz: In Gonterskirchen hatte Kempff mit 13,6 Prozent ein Spitzenergebnis erzielt, hatte Ruppel noch knapp vor Meyer gelegen - in der Stichwahl aber ließ der den Unionspolitiker mit 56 Prozent weit hinter sich.

"Nun besteht Klarheit, die Laubacher wünschen eine neue Richtung. Meine Wähler", so gestern Kempff, "scheinen fast geschlossen zu Meyer gewandert zu sein". Dies obgleich er auf eine Empfehlung verzichtet habe, da er seine Wähler nicht festlegen wollte, auch künftig Laubach "liberale Züge" zu geben bestrebt sei.

Kempff wird FDP- Spitzenkandidat

Damit ist zu rechnen: Der 52-jährige Neu-Wetterfelder soll FDP-Spitzenkandidat werden. Das bestätigte Vorsitzender Wolfgang Mersmann. Um neben dem Glückwunsch für Meyer doch anzumerken, dessen Aufgabe könnte ob des rot-grünen Hintergrunds nicht so leicht werden. Mersmann übrigens hatte Ruppel unterstützt und dessen Sieg erwartet.

Nochmals zurück zum Wahlabend: Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn lobte beide Kandidaten für einen "fairen Umgang miteinander". Dem Wahlsieger wünschte Kühn ein glückliches Händchen bei seinen Entscheidungen und sich und allen Gremien eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Nicht anders Klug, der eines hervorhob: "Sie haben darauf verzichtet, den Vergleich mit meiner Arbeit zu ziehen, beide haben vielmehr ihre eigenen Themen gesetzt." Seinem Nachfolger sicherte er eine "freundliche Übergabe" zu und gab ihm den guten Rat: "Achten Sie auf sich und Ihre Familie!" Sodann kramte Klug einen zerfledderten Zettel hervor, den er seit zwölf Jahren in seiner Geldbörse herumträgt: Auf Rat von Dirk Oßwald hatte er sich darauf für den Fall einer Niederlage bei der ersten Wahl 2009 diese Worte notiert: "Ich kam als Fremder, doch ich bleibe als Freund."

Dass sich mit dem nahenden Wegzug aus Laubach zurück nach Flieden zunehmend Wehmut einstelle, bekannte er frank und frei. Apropos: Frank Ide, Bürgermeister der "Nachbar- und Partnerstadt", gratulierte dem glücklichen Sieger mit einem "passenden" Geschenk: einer Flasche "Grimmicher Schusterpech".

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