Schnupperkurs "Geschichte" im alten Rittersaal

  • schließen

Laubach (tb). Die alte Residenzstadt Laubach und das Ausschussfest, sie gehören zusammen wie Pech und Schwefel. Auch von Redensarten und ihren Wurzeln sollte gestern Morgen ein gutes Dutzend Gesamtschüler erfahren. Auf Einladung der Ausschussgesellschaft nahmen sie am Schnupperkurs "Ausschussgeschichte" teil. Mit Führungen im Schloss- und Heimatmuseum, so Hauptmann Hartmut Schmidt, wolle man die Jugend an die Tradition heranführen. Nicht zuletzt in der Hoffnung, am Ausschusssonntag, 10. Juni, würden möglichst viele der 14-Jährigen um den Kleinen Hammel schießen. Im Vorjahr waren es immerhin 17 von 21 "Kursteilnehmern".

Laubach (tb). Die alte Residenzstadt Laubach und das Ausschussfest, sie gehören zusammen wie Pech und Schwefel. Auch von Redensarten und ihren Wurzeln sollte gestern Morgen ein gutes Dutzend Gesamtschüler erfahren. Auf Einladung der Ausschussgesellschaft nahmen sie am Schnupperkurs "Ausschussgeschichte" teil. Mit Führungen im Schloss- und Heimatmuseum, so Hauptmann Hartmut Schmidt, wolle man die Jugend an die Tradition heranführen. Nicht zuletzt in der Hoffnung, am Ausschusssonntag, 10. Juni, würden möglichst viele der 14-Jährigen um den Kleinen Hammel schießen. Im Vorjahr waren es immerhin 17 von 21 "Kursteilnehmern".

Graf Karl Georg ein Reformator?

Eine Station der Führung war der Rittersaal des Schlosses. Hier erklärte Museumsführer Horst Lang, dass in alter Zeit nur der ranghöchste Diener dem Grafen das Wasser reichen durfte. Oder dass jener das Abbild eines Hundes erblickte, der die herrschaftliche Geldkassette bis zum Boden geräubert hatte – und also auf den Hund gekommen war. Des Pudels Kern, um das etwas schiefe Bild zu bemühen, aber war die Geschichte des "Ausschusses", die mit dem Grafenhaus und der Stadt eng verbunden ist. Sie reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, als Laubachs Männer – zur Bürger- und Landwehr einberufen – regelmäßig ihre Treffsicherheit unter Beweis zu stellen hatten. Wer bei den Übungen mit Armbrust oder Handfeuerwaffen ins Schwarze traf, dem stiftete der Graf einen Hammel. Anno 1478 wurde die erste Schützengesellschaft urkundlich erwähnt, 1540 gilt als Gründungsjahr der Ausschussgesellschaft Solms-Laubach.

Immerhin bereits seit gut 80 Jahren darf auch die Jugend beim Hammelschießen neuer Zeitrechnung mittun. Karl-Heinz Rausch war 1937 der erste Kleine Hammelschütze. Später wurde er Direktor jener Gesamtschule, die die Schnupperkursteilnehmer besuchen. Und die nach Graf Friedrich Magnus benannt ist, der – auch das war Thema – die Ausschusstradition begründet hat.

Mit dabei waren gestern neben Hauptmann Schmidt Major Thomas Mehlhos und Adjutant Michael Köppen. Sie begleiteten die Jugendlichen auch ins Museum Fridericianum, wo Hans Gontrum im "Ausschusszimmer" von den Traditionen des Volksfestes berichtete. Wozu auch gehört, dass der Große Hammel aus dem Fenster des Schützen schauen muss – was nicht immer leicht zu machen ist.

Einfacher zu lösen war das Quiz, das den Schülern aufgegeben wurde und bei dem Chips für die Fahrgeschäfte beim Ausschuss als Preise winken. Drei Hinweise dazu: Der Zweitplatzierte beim Hammelschießen am Montag gewinnt keine Reise in die Karibik, der beste Jungschütze kein Mofa-Führerschein und die Reformation hat nicht erst der aktuelle Graf Karl-Georg eingeführt. Abschließend: Wer um den Kleinen Hammel schießen will, findet auf der Website der Ausschussgesellschaft alle Infos.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare