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Seit jeher ein »Markenkern« des Laubachers Hallenbades, soll jetzt (auch) das Angebot an Aquakursen noch ausgeweitet werden.

»Schauen nach vorn und geben Gas«

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Laubach (tb). Die Zukunft der Laubacher Bäder zu sichern, das hat sich der Förderverein auf die Fahnen geschrieben. Als Teil des Konzepts zum Erhalt von Frei- und Hallenbad - wichtiger Standortfaktor für eine Kommune, erst recht für einen Luftkurort - hat er sich verpflichtet, alljährlich 20 000 Euro an die städtische Trägergesellschaft zu überweisen.

Bislang und schon seit der Gründung in den 90ern hat das (fast) immer geklappt. Doch fällt es dem Verein zunehmend schwerer, den Betrag aufzubringen. Mit neuen Kursangeboten und Mitgliederrabatten aber geht es der Vorstand nun an, will neue Unterstützer und vor allem Aktive gewinnen.

Denn auch dieser Verein leidet an Mitgliederschwund: In Hochzeiten zählte man fast 1000 Beitragszahler, heute sind es um die 785. Überdies leidet auch der Vorstand an Überalterung.

Rabatte für Aqua- und Schwimmkurse

Probleme, die die Verantwortlichen unumwunden eingestehen. Dass sie sich denen aber nicht, gleichsam schicksalsergeben, beugen wollen, wird bei einem Gespräch mit dieser Zeitung deutlich.

Um neue Mitstreiter zu generieren, sollen etwa Kursangebote für all jene günstiger werden, die den Jahresbeitrag von 24 Euro für Erwachsene und 60 Euro für Familien entrichten. Sie bleiben von anstehenden Preiserhöhungen ausgenommen. Nur drei Beispiele: Nur für Mitglieder gibt es eine 50er-Karte für 154 Euro, für einen Anfängerschwimmkurs werden 96 statt 120 Euro fällig, bei den Aquakursen für eine Einheit 9 statt 11 bzw. 12 Euro, was eine Ersparnis von 20 und 25 Euro bedeutet. Was Letztere angeht, sollen neue Angebote hinzukommen. Gedacht wird etwa an Kurse mit Aerobic- und lateinamerikanischen Tanzelementen. Weitere Ideen, um die Bäder gerade für die Jüngeren attraktiver zu machen, sind willkommen. Weiter: Für Kooperationen mit Sportvereinen ist man ebenso offen; so wie mit der TG Laubach, die den 2022 erneuerten Beachvolleyball-Platz nutzen wird. Die Neuerungen sind natürlich mit dem Träger - Laubach hat das Frei- und Hallenbad an eine gemeinnützige GmbH übergeben - abgestimmt. Dass es in beider Interesse liegt, die in »normalen« Jahren mit rund 250 000 Euro subventionierte Einrichtung attraktiver zu machen, dürfte klar sein.

Da die Mitgliedsbeiträge und Spenden nicht ausreichen, um zugesagte 20 000 Euro zu überweisen, haben die Förderer Events auf die Beine gestellt oder sich daran beteiligt. Erwähnt seien hier das »Oktoberfest« im Freibad oder das Lichterfest der Vereinsgemeinschaft. Doch auch das ist zum Teil des Problems geworden: »Bei manchen Veranstaltungen«, so Bantz, »stehen Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis.« Es fehle eben an Aktiven. Also will man fürs Erste nurmehr am Weihnachtsmarkt teilnehmen.

Am Ende des Gesprächs betont Bantz aber eines, und dies auch im Namen der weiteren Vorstände Elisabeth Alewell-Nebe, Jana Adam, Milka Winterstein, Irene Brand, Hagen Hartmann sowie Michael Köppen, wobei Letzterer zugleich Geschäftsführer der GmbH ist: »Trotz alledem schauen wir nach vorne, wollen Gas geben und neue Anreize schaffen - für Alt- wie Neumitglieder.« Dass die Stadt in den nächsten beiden Jahren für 3,5 Millionen Euro die Sanierung und Attraktivierung des Freibads plant, dürfte dabei zusätzliche Motivation sein - für Alt- wie Neumitglieder.

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