(Glüh-)Birnen und Bananen. (Repro: dis)

Sachlicher Realismus

Laubach (dis). Bedingt durch eine Absage konnte das Kunst- und Kulturforum Laubach kurzfristig den Maler Valentin Reimann für eine Ausstellung mit seinen Werken in der Galerie N°5 gewinnen. Der 1954 in Bad Homburg geborene Maler ist seit 1986 als freischaffender Künstler tätig. Durch Museumsbesuche mit seiner Mutter sei die Malerei zur Berufung geworden; schon als kleines Kind habe er gerne gemalt, erzählt er selbst.

Im Dialog mit dem Künstler anlässlich der Vernissage am Samstagnachmittag sagte der Vorsitzende des Vereins, Arnold Schleier, dass insbesondere die Stillleben in dieser Form noch nicht in Ausstellungen der Galerie vertreten gewesen seien. Doch zeige die Ausstellung auch ein anderes Spektrum des Künstlers. Auf die Frage, ob Reimann seine Arbeiten zwischen dem amerikanischen Realismus und neuer Sachlichkeit angesiedelt siehe, meinte der Künstler, dass der Realismus nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland durch die Zeit des Nationalsozialismus und auch in der Zeit der DDR in der Presse einer Hetzjagd unterworfen gewesen sei. Er sei schon Realist und versuche, seinen Bildern durch eine besondere Öltechnik eine unverwechselbare Ausdrucksfähigkeit zu verleihen.

Auch die in Mischtechnik auf Papier gemalten Objekte überraschen immer wieder durch ihren außergewöhnlich realistischen Eindruck. Er malt Alltagsgegenstände wie Kirschen in einem Glas, das so durchsichtig gemalt ist wie eine Fotografie. Fotos dienen ihm als Vorlagen für seine Werke.

Weiterhin findet man in der Ausstellung eine Schale mit Bananen, eine alte Glühbirne auf dem Tisch, ein Kästchen mit herausgefallenen Murmeln, überhaupt Gegenstände, die aus Spielzeugläden stammen könnten. Alles in allem eröffnet er eine neue Sichtweise für Gegenstände, die man so im Alltag nicht wahrnehmen würde. Dafür lässt sich Reimann aber auch Zeit und hat sich mit seiner aufwendigen Malweise und seinem handwerklichen Geschick, bei der er oft an mehreren Werken über einen längeren Zeitraum arbeitet, in den vergangenen Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf geschaffen, der sich bereits in vielen Ausstellungen auf nationaler und internationaler Ebene niedergeschlagen hat.

Ob sich denn hinter seinen Bildern wie bei anderen Malern Botschaften versteckten, wurde der Künstler von Schleier gefragt. Das komme immer auf das Bild an, erläuterte Reimann. Etwa beim Bild "Vanitas", das einen Friedhof zum Gegenstand hat, der die Vergänglichkeit ausdrückt, oder bei dem Bild "Streetlife".

Die Ausstellung ist bis einschließlich 13. Oktober samstags von 11 bis 12.30 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die Exponate können käuflich erworben werden. Am letzten Ausstellungstag wird Reimann zu einem Künstlergespräch persönlich um 15 Uhr zur Verfügung stehen. Informationen zu dem Künstler und seinem Werk gibt es unter www.kunstforum-laubach.de sowie unter www.valentinreimann.de.

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