»Röthgeser wollen keine Bittsteller sein«

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Laubach (pm). In Röthges wird es in der neuen Legislatur keinen Ortsbeirat - also keinen Ortsvorsteher - geben: Es haben sich nicht genügend Kandidaten für die Wahl am 14. März gefunden. Dazu erklärte Ortsvorsteher Harald Mohr in einer Pressemitteilung, dass trotz seiner Motivationsbemühungen mindestens vier bis-herige Ortsbeiratsmitglieder nicht mehr kandieren wollten.

Dies könne man den Betreffenden nicht verdenken. Die allgemeine Meinung in Röthges sei es schon seit längerem, dass es sowieso sinnlos sei, »als ehrenamtliche Bittsteller aussichtslos immer wieder an die städtischen Gremien heranzutreten«. Vielmehr werde allgemein vermutet, dass in anderen Stadtteilen vieles realisiert werde, »ohne dass Geld eine Rolle spielt«.

Woher kommt in Röthges das Gefühl des Zu-kurz-gekommen-seins? Mohr gibt Gründe an - unter anderem rufe fehlende Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements durch Verwaltung und Magistrat viel Frustration hervor.

Ein Beispiel: Der Bayern-München-Fanclub habe zusammen mit dem Nähclub, dem Ortsbeirat und weiteren Bürgern noch 2018 das gesamte Bürgerhaus wochenlang in ehrenamtlicher Arbeit renoviert. Aber erst nach »druckvoller Intervention« des Ortsbeirates habe die Stadt die veranschlagten Materialkosten (4000 Euro) endlich übernommen.

Es sei für den seitherigen Ortsbeirat immer wieder ein zäher Kampf gewesen, bis sich die Stadtverwaltung auf kleinere Investitionen für Röthges eingelassen habe. Beispiel: Die Fenster im DGH seien teils noch einfach verglast. 2020 Jahr sei deren Ersatz im Etat festgelegt worden, getan habe sich immer noch nichts.

Trotzdem blickt Mohr optimistisch in die Zukunft: Wie auch in anderen Stadtteilen gebe es in Röthges Zusammenhalt im Dorf. Dass es in den nächsten Jahren keinen Ortsbeirat geben wird, sei von daher zu verschmerzen.

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