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Gottesdienst zum Zehnjährigen des Waldkindergartens Freienseen in Trägerschaft des "Stifts". Die Rathausspitze fürchtet um dessen Bestand, wenn dieser "Konkurrenz" erhielte. ARCHIV-FOTO: SF

Planungssicherheit - allenfalls

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Laubach(tb). Der im Januar gegründete Elternverein "Naturkindergarten Seenbachtal" ist gut vorangekommen. Einige Hürden aber, vor allem was die Finanzierung betrifft, sind noch zu nehmen (die GAZ berichtete). Wenigstens darf der Verein nun Fortschritte in puncto Planungssicherheit verbuchen: Entsprechendem Grünen-Antrag ist der Hauptausschuss des Stadtparlaments am Dienstag gefolgt. Danach soll das Plenum am 23. Juni endgültig die Entscheidung fällen, ob die Kommune die geplante neue Waldgruppe in Freienseen bezuschusst. Eine vom Magistrat gebildete Arbeitsgruppe hat sich unterdessen dagegen ausgesprochen.

Beratung mit Eltern

Mit Hinweis auf geplanten Start im August hatte Grünen-Sprecher Michael Köhler die Dringlichkeit seines Antrags begründet. Danach erhielt die "lobenswerterweise" vom Magistrat eingerichtete und mit dem Verein in Kontakt stehende AG den Auftrag, bis Ende Mai ihre Ergebnisse den Stadtverordneten mitzuteilen. Der Hauptausschuss habe diese spätestens bis Mitte Juni zu beraten und über die Finanzierung zu beschließen. "Dazu sind Vertreter des Waldkintergartenvereins einzuladen."

Trotz der Verzögerungen und/oder Einschränkungen wegen der Corona-Krise halte der Verein an einem möglichst zeitnahen Start fest, betonte Köhler. "Dafür braucht es Planungssicherheit." Einstimmig folgte der am Dienstag als "Ersatzparlament" tagende Ausschuss der Vorlage, wobei FW-Sprecher Ulf Häbel wegen Befangenheit (Vereinsvorstand) nicht hatte abstimmen dürfen.

Das Ergebnis der Beratungen der AG aus Bürgermeister Klug, Erster Stadträtin Isolde Hanak und Stadtrat Josef Neuhäuser liegt seit gestern auf dem Tisch. "Wir hatten abzuwägen", schickt Bürgermeister Peter Klug auf GAZ-Anfrage voraus. Prinzipiell begrüße man das Engagement der Eltern, wisse auch um gebotene Vielfalt der Betreuungsangebote, die Nachteile für die Stadt aber überwögen.

Vorrangig für Klug ist dabei die Gefährdung der angestammten Waldgruppe Freienseen, wie bisher alle Kitas in Laubach vom Oberhessischen Diakoniezentrum (OD) getragen (bekanntlich geht der Elternverein auf die Versetzung einer Erzieherin dieser Gruppe zurück, die Red.). Zu befürchten sei, dass nach einem Wechsel von Kindern zum "Elternverein" die bisherige Gruppe nicht aufzufüllen wäre und entfalle. "Ein Aktiv-Passiv-Wechsel, und der erwartete Fehlbedarf von 48 Plätzen zum neuen Kindergartenjahr wäre noch größer."

Frage des Bedarfs

Grundsätzlich bestehe der (Fehl-)Bedarf eher in den "auf Gießen hin ausgerichteten" Stadtteilen, also in der Kernstadt, Wetterfeld und Münster. Entsprechend sollten dort neue Plätze geschaffen werden. Der Elternverein rechnet laut Klug im Übrigen mit 13 Kindern aus Laubach und zwölf von auswärts.

Vom Land gewährten 136 Euro je Betreuungsplatz werde man selbstverständlich weiterreichen, fuhr der Rathauschef fort. Aus genannten Gründen aber empfehle die AG, gewünschte städtische Finanzhilfen nicht zu gewähren. Zum einen wären das 17 600 Euro als "Ersatzleistung" für die dieses Jahr versäumte Landesförderung für Kindertagesstätten (Antragsfrist 1. März nicht einzuhalten). Zum anderen wären dies jährlich 35 000 Euro als laufender Zuschuss, analog zum auch dem OD gewährten Defizitausgleich.

Die Empfehlung der AG geht zunächst an den Magistrat und die parlamentarischen Gremien. Läuft alles nach Plan, wird das Plenum Ende Juni endgültig entscheiden. Ob im Sinne der AG, des Vereins oder in Form eines Kompromisses, bleibt abzuwarten.

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