Pfadfinder-Auszeichnung für Rüdiger Funk aus Laubach

Laubach (tb/pm). Vier leitende Mitglieder der Solmser Pfadfinderschaft Laubach haben an der Delegiertenversammlung der "World Federation of Independent Scouts" (WFIS) in Prag teilgenommen.

Die Organisation unabhängiger Pfadfinder war 1996 in Laubach gegründet worden. Ein Thema des Treffens in der tschechischen Hauptstadt war bereits das 20-jährige "Jubiläum" im Herbst 2016. Dazu ist ein Workshop just in Laubach geplant, zu dem rund 150 Gäste aus allen Teilen Europas erwartet werden.

Die WFIS ist seit der Gründung so stark gewachsen, dass sie im vergangenen Jahr von der UN als NGO (Non-Government-Organization) anerkannt wurde. Erreicht hat dies der Laubacher Rüdiger Funk, die Verhandlungen zogen sich über drei Jahre hin. In Würdigung dieser Leistung erhielt er in Prag aus den Händen des WFIS-Präsidenten Klaus Tegeder den "Bronzenen Löwen" – die höchste Auszeichnung des Weltverbandes.

Den "Unabhängigen" gehören heute 124 Pfadfinderbünde in 61 Ländern mit über 4,6 Millionen Mitgliedern an. Der Dachverband ist in Regionen aufgeteilt, die Mitgliedsbünde kommen alljährlich zu Delegiertenversammlungen zusammen.

Nach Prag waren rund 60 Abgesandte der Region Europa gekommen, diese repräsentierten 23 Verbände aus zehn Ländern. Die Versammlung beschloss die Neuaufnahme von vier Bünden aus Spanien und Rumänien. Weitere Anfragen, unter anderem aus Portugal, liegen vor, sodass mit einem weiter starken Wachstum in Europa gerechnet wird. Bei dem Treffen wurde zunächst das Euro-Camp nahe Rom resümiert, an dem über 2000 Pfadfinder aus Europa, darunter ein starkes Kontingent aus Laubach, aber auch zahlreiche Gäste aus Übersee teilnahmen. Das nächste Camp findet 2018 in England statt.

Für dieses Jahr stehen bereits wieder zahlreiche Aktivitäten auf der Agenda, die die Zusammenarbeit der Verbände fördern sollen. Dazu zählen Programme von Pfadfindersippen (zehn bis 14 Jahre) und Wölflingsmeuten (sechs bis zehn Jahre), bei denen diese sich und ihre Arbeit vorstellen. Zwei Laubacher Gruppen werden heuer mit Gruppen aus Malta kooperieren. Auch für die Rover (15–20 Jahre) gibt es Aktivitäten: So wollen die Laubacher in Malta den "Pathfinderbelt" erwerben. Voraussetzung für den Gürtel sind jeweils Kenntnisse des Gastlandes, seiner Geschichte, Kultur und Menschen. Schon 2008 und 2011 hatten Rover der "Solmser" Belts in Russland bzw. Mexiko erworben.

Weiter verabredet wurde in Tschechien ein Workshop in Belgien, bei dem sich die Leiter der Gruppen besser kennenlernen und neue Fachkenntnisse erwerben sollen.

Der Präsident des Weltverbandes, Klaus Tegeder, gab bei der Versammlung einen Überblick über die Entwicklung auf globaler Ebene. Eine Aktion zur Unterstützung von Pfadfinderfamilien im chilenischen Valparaiso, die bei einem Großfeuer ihre Wohnungen verloren hatten, brachte mehrere Tausend Dollar ein, die zum Wiederaufbau bereitgestellt wurden. Auch berichtete er, dass es in China erstmals seit der kommunistischen Machtübernahme wieder einen Pfadfinderverband gibt, der mit mehreren Tausend Mitgliedern aus Shanghai der WFIS beigetreten sei. 2015 wird es laut Tegeder ein regionales Pfadfinderlager in Afrika geben, das nächste Welttreffen sei das Jahr darauf in Asien geplant. Die europäische Delegiertenversammlung ist 2016 in Deutschland, 2017 in Barcelona, 2018 in Rom und 2019 in Malta vorgesehen.

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