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Markante Kulisse für "King Arthur": Karl Georg Graf zu Solms-Laubach stellt die Herrenscheune des Schlosses für die Opern-Veranstaltung zur Verfügung.

Operntradition am Schloss lebt weiter

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Laubach (dis/ik). Freunde klassischer Musik und ungewöhnlicher Inszenierungen werden aufhorchen: Im Schloss Laubach wird Anfang Juli die dramatische Oper "King Arthur" von Henry Purcell (1659 - 1695) aufgeführt. Damit wird die Oper Schloss Laubach, die vor rund 20 Jahren ins Leben gerufen wurde, unter Karl Georg Graf zu Solms-Laubach weitergeführt. Der Hausherr selbst ist bekanntermaßen ein ausgewiesener Opernfreund: Mehrfach erlebte ihn das Publikum anlässlich der Inszenierungen der "Opernwerkstatt" als Gesangssolist.

Eine Busfahrt mit Hindernissen

In diesem Jahr also geht es mit einem frischen Konzept weiter. Die Aufführungen finden am Samstag und Sonntag, 6. und 7. Juli, in der Herrenscheune des Schlosses statt, in der etwa 250 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Beginn ist jeweils um 18 Uhr.

Unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Schult und der Regiearbeit der Frankfurter Regisseurin Adelheid Engst wird die 1691 entstandene Barockoper mit viel englischem Humor inszeniert.

Mitwirkende sind unter anderem Käthe Wilhelmi (Sopran), Miriam Hannah Adorf (Sopran), Christa Löffler (Alt), Bernhart Klement (Tenor), Marcus Licher (Bass) sowie der Schlosschor Laubach, das Orchester La Visione, die Tanzgruppe Kuhla und Schauspieler des Schlosstheaters. Der in englischer Sprache singende Chor trägt die Hauptarbeit, die handelnden Personen werden von einer Schauspielgruppe gespielt, die Texte werden auf Deutsch gesprochen.

Wie Karl Georg Graf zu Solms-Laubach in einem Pressegespräch ausführte, wird sich die Regisseurin nicht an die Original-Handlung von "King Arthur" binden lassen: Sie legt dem Geschehen eine Buspanne zugrunde. Die Reisenden berichten von ihren ganz persönlichen Erlebnissen - eine spannende und vielversprechende Herangehensweise.

Sie dürfte ebenso ungewöhnlich sein wie die verschiedenen Produktionen der "Opernwerkstatt", die in der Vergangenheit regelmäßig für ein ausverkauftes Haus sorgten - sowohl in der Herrenscheune am Schloss als auch bei Vorstellungen in Kloster Arnsburg; vor allem letztgenannte galten ebenso wie die Open-Air-Aufführungen in der Stiftsruine als gesellschaftliches Ereignis.

Im In- und Ausland genoss die "Internationale Opernwerkstatt Schloss Laubach" einen hervorragenden Ruf. Teilnehmer aus der ganzen Welt, die sich in wichtigen Wettbewerben profiliert hatten, erhielten während der zweiwöchigen Master Class eine intensive musikalische Förderung. Neben dieser Begabtenförderung hatte man auch die künstlerische Zukunft der Teilnehmer im Auge. So meldeten sich wiederholt Operndirektoren und einflussreiche Agenten zu den Veranstaltungen oder zur Beobachtung des Workshops an. Ein besonderer Coup war 2014 die Uraufführung des "Vogelbärbchen" nach dem gleichnamigen Roman des Grünbergers Carl Glaser von 1863. Im Auftrag des Grafen verfasste der renommierte Theaterregisseur Marcus Everding das Libretto zu diesem Stoff. Der Wiener Dirigent und Komponist Guido Mancusi schrieb die Musik. Ein Dutzend Solisten, ein 30-köpfiger Chor und das Volkswagen-Sinfonieorchester brachten das Werk seinerzeit auf die Bühne.

Tickets sind zum Preis von 25 Euro (erm. 18 Euro) im Kultur- und Tourismusbüro Laubach erhältlich (E-Mail: tourist-info@ laubach-online.de, Tel. 0 64 05/92 13 21).

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