Gabriela Scherer beim exklusiven Konzert in der Herrenscheune am Schloss Laubach.
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Gabriela Scherer beim exklusiven Konzert in der Herrenscheune am Schloss Laubach.

Oper trifft Natur

  • vonred Redaktion
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Laubach/Pohlheim(pm). "Opera meets nature" (Oper trifft Natur) heißt der Verein, dem der Pohlheimer Rechtsanwalt Turgay Schmidt als Erster und der österreichische Star-Tenor Andreas Schager als Zweiter Vorsitzender vorstehen. Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, der sich mit den Folgen des Klimawandels und möglichen Antworten darauf befasste, war Ausgangspunkt eines Projekts, das am Wochenende in Laubach Station machte.

Die in jenem Artikel genannte Strategie ist die des massenhaften Bäumepflanzens, damit diese CO2 speichern und der Erderwärmung entgegenwirken. "Das war wie ein Weckruf und eine genial einfache Lösung: pflanzt Bäume!", so Andreas Schager. Er bekannte allerdings auch, dass "wir damit nicht die Welt retten - aber ein Bewusstsein für die Problematik schaffen aus einem Bereich heraus, aus dem man das nicht sofort verorten würde", so Schager weiter.

Turgay Schmidt hebt die enge Verbindung von Oper und Natur hervor, indem er auf die vielfache Inspiration von Komponisten hinweist, die in der Natur und ihrem Erleben wurzeln: "Wagners ›Weltesche‹ oder Vivaldis ›Vierjahreszeiten‹ - das sind nur zwei, aber besonders prägnante Beispiele, bei denen die Komponisten ihre Inspiration aus der Natur bezogen haben und zeigen die enge Verbindung". "Der Titel "Opera meets nature" scheint als englischer Begriff nicht zu passen, wir wollten aber auch damit die Dimension des Problems verdeutlichen, denn der Wald leidet überall und die Probleme sind global nahezu die gleichen", so Schmidt.

Konkret geht es also darum, "Konzerte zu machen und Geld für die Baumpflanzung zu generieren - und um neue Mitglieder, die genauso engagiert für dieses Ziel arbeiten". Ein solches Konzert fand am Samstagabend in der Herrenscheune des Grafenschlosses statt. Mit Gräfin Celina und Graf Karl Georg zu Solms-Laubach hatten Schmidt und Schager zwei überzeugte Unterstützer von "Opera meets nature" gefunden. Das Interesse des Grafenhauses an der Oper ist nicht neu: In den vergangenen Jahren fand im Schloss mehrfach eine Opernwerkstatt mit Meisterklassen zur Förderung und Ausbildung junger Sänger statt. Am Samstag hatten sich fünf namhafte Sängerinnen und Sänger und Musiker für das Projekt engagiert: Neben Lidia Baich gestalteten auch Michael Volle (Bariton), Gabriela Scherer (Sopran/Mezzosopran), natürlich auch Andreas Schager sowie Prof. Dr. Alexandra Goloubitskaia (Klavier) das Programm mit Wagner- und weiteren Arien.

Die Waldproblematik selbst ist dem studierten Forstwirt Karl Georg Graf zu Solms-Laubach natürlich auch nicht fremd: "Die drei letzten Hitzesommer haben erheblichen, ja dramatischen Schaden angerichtet, insbesondere bei den Fichten. In diesem Jahr hatten wir rund 100 000 Festmeter Schaden bei den Fichten, wobei wir normalerweise jährlich rund 4000 Festmeter Einschlag vorgenommen hätten - also das 25-fache!" Das seien Dimensionen, die für alle Forstbetriebe ein großes Problem darstellten.

Dem Verein ist es das größte Anliegen, Dimension und Dramatik der durch den Klimawandel gefährdeten Wälder zu verdeutlichen. Man sei um Mitstreiter in ganz Deutschland und darüber hinaus bemüht, erläuterte Vereinsvorsitzender Schmidt.

Eine der nächsten Veranstaltungen von "Opera meets nature" wird die Eröffnung der Bundesgartenschau 2021 in Erfurt sein. Diese wird Schager gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Geigensolistin Lidia Baich, gestalten.

Im Vereinsvorstand sind auch die Laubacher Dekanatskantorin Anja Martiné (Beisitzerin) sowie Prof. Lidia Baich (Schriftführerin) und Jana Leib (Rechnerin) vertreten. FOTO: PM

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