»Nicht zweiten vorm ersten Schritt machen«

  • Thomas Brückner
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Laubach (tb). Die mit Kosten von aktuell rund 1,2 Millionen Euro veranschlagte Neugestaltung des Marktplatzes - das hat auch der Bürgermeisterwahlkampf gezeigt - ist eines der Kardinalthemen für Laubachs Politik. Schon gar für die Bewohner der Kernstadt. Als deren Interessenvertretung hat sich der Ortsbeirat jetzt aufs Neue positioniert: Abgesehen von der bereits artikulierten Skepsis, was Kosten und Ertrag betrifft, hat das Gremium die zugesagte Einbindung in die Entscheidungsfindung angemahnt.

Coronabedingt - üblich ist in Laubach eine gemeinsame Haushaltsklausur aller Ortsbeiräte - beschäftigten sich die Kernstädter online mit der vom Magistrat festgestellten Finanzplanung 2021. Ein Schwerpunkt darin ist der Ansatz für geplante Umbauten am Marktplatz. Besonders auf Kritik gestoßen, so Ortsvorsteher Günter Haas gegenüber dieser Zeitung, sei die fürs neue Jahr etatisierte Rate von 450 000 Euro, bei 300 000 Euro an Einnahmen aus dem IKEK-Programm des Landes.

Haas erinnerte an den Beschluss des Stadtparlaments vom Herbst, einen Antrag auf Förderung einer Gesamtmaßnahme im Umfang von 905 000 Euro zu stellen; wobei die Planungskosten noch nicht eingerechnet waren (ein vorsorglicher, der konkreten Neugestaltung des Platzes unter Einbeziehung der Bürger vorgeschalteter Beschluss, um eine möglichst hohe Förderung zu erhalten, die Red.).

Auf Nachfrage habe er nun aus der Verwaltung erfahren, dass die Maßnahme bereits angestoßen, da Bodenuntersuchungen beauftragt seien. Für Haas kann das nicht angehen, habe doch im Zuge der IKEK-Beratungen Einigkeit darin bestanden, dass wegen der besonderen Tragweite dieser Investition die Bevölkerung und besonders die Anlieger einbezogen werden. Überdies sollte das Verkehrskonzept für die Innenstadt öffentlich gemacht und gegebenenfalls in die Planung integriert werden.

»Zwar sind die Einbeziehung und die Einholung der Meinung der Öffentlichkeit zu diesen beiden komplexen Themen vor Verabschiedung des Haushaltes aus bekannten Gründen nicht möglich. Aber wenn Vorarbeiten nun schon in Auftrag gegeben sind, besteht die Gefahr, dass womöglich der zweite Schritt vor dem ersten gemacht wird«, warnt Haas.

Der Ortsbeirat sei grundsätzlich, so wie vom Gewerbeverein ursprünglich angestoßen und im Rahmen des IKEK-Programms umfangreich beraten, für eine Verbesserung der Situation in der »guten Stube« Laubachs. Kosten der Maßnahme aber hätten leider bis zur letzten Sitzung der IKEK-Arbeits- und Steuerungsgruppe noch nicht zur Diskussion gestanden. Barrierefreiheit, Rückbau der aufgemauerten Beete, jedoch weitest gehender Erhalt und eventuell räumliche Versetzung von Parkplätzen in der Fläche sollten das Ziel bleiben.

Eine Investition in der genannten (Millionen-)Höhe aber trage der Kernstadt-Ortsbeirat nicht mit, machte Haas klar. Weswegen das Gremium auch den Etatentwurf mehrheitlich abgelehnt habe.

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