Nicht ohne deutliche Einsparungen

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Laubach (tb). Die Mahnungen von Bauamtsleiter Martin Bouda dürften Laubachs Stadtvätern noch in den Ohren klingeln: "Das Freibad verliert jeden Tag noch 40 bis 50 Kubikmeter Wasser." Womit er die Dringlichkeit einer Entscheidung begründete. Mit Erfolg: Das Stadtparlament beschloss in seiner Sitzung am Donnerstag die von CDU und Freien Wählern erst am Abend eingebrachte Vorlage. In Abänderung der seit Langem diskutierten, von der neuen Leckage im Freibad aber "übermannten" Beschlussvorlage des Magistrats soll damit die Sanierung der städtischen Anlage forciert werden.

Der Beschluss besagt zunächst eine "verbindliche Festlegung", wonach Mittel aus der "Hessenkasse" und dem Förderprogramm "SWIM" für die "zeitnahe und grundlegende Sanierung" des Freibads genutzt werden. Auf dass es in puncto Technik und Attraktivität fit für die Zukunft gemacht werde. Beiden Aspekten wird dabei gleichermaßen Bedeutung zugemessen, brauche es doch auch neue Besuchergruppen.

Bekanntlich liegen zwei Varianten auf dem Tisch, eines von den Bäderarchitekten "balnea-Technik" mit Kosten von rund 4,5 Millionen Euro, eines von den Wirtschaftsprüfern Altenburg mit einem Ausgabenbedarf mit rund 3 Millionen Euro. Letzteres, auch das ist jetzt beschlossene Sache, wird nicht weiterverfolgt; zumindest nicht die Verkleinerung der Wasserfläche. Stattdessen werden die Planungen auf Basis des Gutachtens von "balnea-Technik" sowie dem bisherigen Betriebskonzept fortgeführt.

Dafür erhielt der Magistrat den Auftrag, "zeitnah" mit "balnea" ein überarbeitetes Konzept, inklusive detaillierter Kostenschätzungen für folgende Punkte vorzulegen: Erhalt der Wasserfläche (samt Sprungbereich); Statik- und Dichtigkeitsprüfung von Becken, Beckenkopf und sonstiger Technik (etwa: kompletter Rohrleitungsaustausch rentabler als partielle Erneuerung?).

Keine Zeit für weitere Ausschreibung

Darauf aufbauend wird die Prüfung von Maßnahmen zur "deutlichen Kostenreduktion" verlangt. Etwa durch Verzicht auf die "Brücke" oder eines Umkleidebereichs. Oder - bei Vergleich mit der Fliesensanierung - durch Wegfall der Edelstahlwanne, was allein eine Einsparung von einer Million brächte. Weitere Unterpunkte des "Initiativantrags" betreffen die optionale Prüfung und Einzelkostendarstellung für Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung. Als Beispiele werden genannt: neue Kinderbecken, eventuell in modularer Bauweise für Hallen- und Freibad; Rutsche, Massagedüsen; Barrierefreiheit; Beach-Areal, Strandliegen, Miniumkleiden, Sonnensegel. Die Nutzer des Bades, darunter die Vereine und das Wassersportzentrum, sind in die weitere Planung einzubeziehen. Ein runder Tisch soll die Arbeit von "balnea" und Stadtverwaltung "ab sofort" fachlich begleiten. Das Gremium soll nicht von der "Politik, sondern von Nutzerinteressen und -diskussionen" dominiert werden. Separat behandelt und entschieden werden soll der Komplex "Sauna."

In solch umfassender Tischvorlage sah Ralf Schmidt (FDP) einen "Überrumplungsversuch" und beantragte eine Vertagung. Michael Köhler (Grüne) mahnte, zunächst das Leck festzustellen, dann die Planung auszuschreiben, um sich nicht weiterer Möglichkeiten zu berauben die Hände von "balnea" zu begeben. Dass alle die Wasserfläche und des Sprungbecken erhalten wollten, sei klar.

Worauf besagter Bauamtsleiter zur Replik ansetzte und vor weiterem Zeit- und Wasserverlust durch eine weitere Ausschreibung warnte: "balnea" kenne das Bad, habe die Mängel im Bestand aufgelistet. Und: "Die Umsetzung müssen wir später ohnehin ausschreiben, erst aber müssen wir mal sagen, was wir überhaupt wollen." Sowohl eine Vertagung als auch die Streichung von "balnea" als Planer wurden abgelehnt, der Initiativ- antrag mit den Stimmen von FW, CDU und Grünen beschlossen, BfL, FDP, FBLL und SPD votierten mit Nein.

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