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Naturschutzprojekt an der sogenannten Burg in Röthges: Die Fläche am Friedhof soll künftig wieder Lebensraum für bedrohte Arten bieten.

Naturnahe Landschaft erhalten

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Laubach (pm). Auf einer felsigen Anhöhe zwischen Ortsrandlage und Friedhof liegt in Röthges die Fläche »Auf der Burg«. An diesem Ort, der bisher unter anderem für illegale Müllentsorgung oder für Feiern Jugendlicher herhalten musste, wuchsen bis vor Kurzem hauptsächlich nichtheimische Pflanzen wie Schneebeeren oder Robinien-Bäume, ferner Brombeeren und Brenn-nesseln.

Das soll sich nun ändern.

Robinien speichern Stickstoff aus der Luft im Boden und überdüngen ihn. Die hohe Stickstoffkonzentration führt dazu, dass auf diesem ursprünglich mageren Standort immer weniger unterschiedliche Magerrasenpflanzen und damit immer weniger ursprünglich heimische Pflanzen wachsen können.

Lebensraum für Reptilien

Jakob Finn Nolte aus Röthges und Dr. Markus Dietz aus Gonterskirchen haben sich vergangenes Jahr zum Ziel gesetzt, das zu ändern. Sie wollen die magere und trockene Kuppenlage botanisch aufwerten, um heimische bedrohte Pflanzen zu erhalten und Lebensraum für seltene und bedrohte Tierarten wie Schmetterlinge oder wärmeliebende Reptilien zu schaffen. Außerdem soll der dort vorhandene alte Hochbehälter in einen Lebensraum für Fledermäuse verwandelt werden.

Dieses Vorhaben unterstützt der Landkreis und stellt dafür bis zu 15 000 Euro für die ökologische Aufwertung und Sicherung des Gebietes zur Verfügung. Die Auszahlung der Zuwendung richtet sich allerdings nach den tatsächlich anfallenden Kosten, erläutert Umweltdezernentin Dr. Christiane Schmahl.

Der erste Schritt des Projektes war die Entfernung der Robinien, ebenso wurde der stark mit Wurzeln durchsetzte und überdüngte Boden abgeschoben und der Geländeverlauf modelliert. Als Nächstes wurde nun auf die stark aufgedüngten Bereiche eine Schicht feiner Basaltschotter, der von der Stadt gestellt wird, aufgebracht. So wird der Boden für weniger konkurrenzstarke Pflanzenarten der mageren Standorte vorbereitet. Eingesät und angepflanzt werden sollen rund 50 seltene Pflanzenarten magerer Standorte, zum Beispiel mehrere Nelken- und Glockenblumenarten, die gefährdet sind. Hierzu zählen auch »Verantwortungsarten«, also Spezies, für die Hessen aus globaler Perspektive eine besondere Verantwortlichkeit zugemessen wird, etwa weil sie nur hier vorkommen. Bezogen werden diese aus dem Palmengarten Frankfurt. Weiter geplant ist das Einbringen größerer Basaltsteine, um Trockenbiotope für Pflanzen und Lebensraum für heimische Reptilien zu schaffen; genauso wie die nun wieder in der Sonne liegende alte Friedhofsmauer am Rand des Areals.

Außerdem sollen ein Pfad zu einer Sitzgelegenheit erschlossen und eine Informationstafel als Umweltbildungsmaßnahme aufgestellt werden.

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