Blick auf den Alten Pfarrgarten Freienseen: Die Fläche, das haben die Eigentümer evangelische Kirchengemeinde und eine Privatperson zugesagt, steht als Standort für den von einem Elternverein geplanten "Naturkindergarten Seenbachtal" zur Verfügung. FOTO: TB
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Blick auf den Alten Pfarrgarten Freienseen: Die Fläche, das haben die Eigentümer evangelische Kirchengemeinde und eine Privatperson zugesagt, steht als Standort für den von einem Elternverein geplanten "Naturkindergarten Seenbachtal" zur Verfügung. FOTO: TB

Neuer Kindergarten

Naturkindergarten in Freienseen muss noch einige Hürden nehmen

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Nach dem Streit um die Versetzung einer Erzieherin hat sich ein Trägerverein für eine neue Kita gegründet. Sie wollen im August eröffnen, müssen aber noch einige Hürden überwinden.

Zur Erinnerung: Im Sommer 2019 ordnete das Oberhessische Diakoniezentrum Johann-Friedrich-Stift Laubach (kurz: OD) die Versetzung einer langjährigen Erzieherin der Waldgruppe Freienseen an. Und blieb dabei, trotz heftiger Proteste der Elternschaft sowie einzelner Kommunalpolitiker, die die Kritik an einer "verfehlten Personalpolitik" mit dem Hinweis auf die städtischen Zuschüsse ans OD verknüpften. Mittelbare Folge: Zu Jahresanfang gründete sich ein Verein, der selbst die Kita-Trägerschaft übernehmen will. Vorbilder gibt’s genug, erwähnt seien hier nur die "Waldfüchse" Lich. Gespräche mit der Chefetage des Diakoniezentrums folgten - ohne Ergebnis. Vor allem, was das Anfrage des Vereins betraf, die Trägerschaft der bestehenden Außengruppe der Kita Freienseen zu übernehmen.

Seither läuft alles darauf hinaus, dass es demnächst in Laubach neben den Waldgruppen der Diakonie in der Kernstadt und Freienseen eine dritte "unbehauste" Einrichtung geben wird.

Auf dem Weg dahin konnte der Verein bereits einige Etappen hinter sich bringen. Wie Vorsitzender Jan Hentrich auf GAZ-Anfrage bestätigt, ist der "Naturkindergarten Seenbachtal" mittlerweile im Vereinsregister des Amtsgerichts eingetragen, samt Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Ebenso die Antragsformulare für die Betriebserlaubnis durchs Jugendamt seien nahezu komplett.

Hilft die Stadt?

Was vor allem fehlt, ist das grüne Licht einer weiteren Kreisbehörde, der Bauaufsicht: Im Zuge der zum 1. Januar 2020 erlassenen neuen Auflagen soll es Kürze für alle Naturkindergärten einen Ortstermin geben. Dann werden auch die Freienseener wissen, welche Auflagen sie erfüllen müssen. Vor allem in puncto Baugenehmigung: Wie bei der Waldgruppe unterm Dach der Diakonie soll auch hier ein Bauwagen Schutz bei allzu miesem Wetter Schutz bieten.

Was aber nur eine Baustelle ist, eine weitere ist die Finanzierung. Nicht zuletzt, da dringend benötigte "Starthilfe" wohl erst 2021 zur Verfügung steht: Die Rede ist von den 29 500 Euro, die das Land als Grundpauschale für Kita-Neugründungen gewährt. Die Antragsfrist, der 1. März, war für den erst im Januar gegründeten Trägerverein nicht zu halten. Wäre aber auch kein Problem gewesen, da bisher stets eine Fristverlängerung gewährt wurde - bisher, aber nicht mehr in diesem Jahr.

Ohne Unterstützung der Stadt - die ja bisher (auch) das Defizit der Waldgruppe der Diakonie getragen hat und den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz erfüllen muss - wäre das Projekt, wären die laufenden Sach- und Personalkosten schwerlich zu schultern, lässt Hentrich durchblicken. Und ebenso, dass natürlich private Sponsoren willkommen sind.

Bleibt also zunächst abzuwarten, wie sich Laubachs Parteien positionieren. Ein für den 1. April terminiertes Gespräch wurde wegen der Corona-Krise abgesagt.

Der Verein zeigt sich in einem sicher: Auch für drei Waldkitas in der Großgemeinde gebe es genügend Interessenten. Wenn nicht aus Laubach, wo 2020/21 rund 40 Plätze insgesamt fehlten, so in der Umgebung, sei doch in Grünberg und Mücke der Bedarf nicht gedeckt. Zum anderen fehle bisher "die im Sozialgesetzbuch vorgeschriebene pädagogische Vielfalt innerhalb einer Kommune".

Kooperation mit Grundschule

Auch wenn also noch die eine oder andere Hürde zu nehmen ist: In kurzer Zeit wurde bereits viel geschafft. Wozu auch die Standortfrage zählt: Der Naturkindergarten kann im alten Pfarrgarten Freienseen entstehen. Ein Vorteil ist die Nähe zur Grundschule, mit der der Verein kooperiert. So können die Kleinen dort unterkommen, wenn es mal ein Unwetter gibt.

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