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Sabrina Siegfried (2. v. l.) mit Annette Plank, Johannes Altmannsberger und Judith Markus (v. l.).

»Mit Freude und Leidenschaft«

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Laubach (tb). »Jemand, der Probleme löst, von denen du vorher noch nicht einmal etwas gehört hattest. Und das auf eine Art und Weise, die dich umhauen wird.« Frei übersetzt das Anforderungsprofil einer Schulleiterin, wie es im Programm zur gestrigen Ernennungsfeier für Sabrina Siegfried zu lesen ist. Ihre Kolleginnen dürften es mit Bedacht gewählt haben, kennen sie sie doch schon anderthalb Jahre als kommissarische Leiterin der Theodor-Heuss-Schule Laubach.

»Dank« Corona eine Zeit, wie gemacht, um als Problemlöserin andere »umzuhauen«. Seit gestern ist sie nun ganz offiziell Rektorin der THS, da ihr Schulamtsdezernent Johannes Altmannsberger die Ernennungsurkunde aushändigte.

Dass die Pandemie der neuen Schulleiterin einen »holprigen Einstieg« bereitete, man gemeinsam einige Höhen und Tiefen durchlebt habe, griff auch Altmannsberger die außergewöhnliche Startphase Siegfrieds auf.

»Ich habe meinen Traum- beruf gefunden«, lautete die Quintessenz der Rede, die die THS-Rektorin nun hielt. Verfolgt von Vertretern der Lau-bacher Schulen, der Kitas und Weggefährten. Die erfuhren, dass die 40-Jährige zu ihrem Traumberuf nur über Umwege gekommen war: Nicht nur, dass sie erst Tierärztin werden wollte, sie studierte zunächst auch auf Lehramt an Gymnasien. Endlich aber entschied sie sich für die Grundschule, absolvierte ihr Referendariat an der Limesschule in Pohlheim. Dank galt hier der damaligen Mentorin Ingrid Schäfer: Die habe ihr nicht nur »die Welt durch die Augen der Kinder gezeigt«, sondern gelehrt, dass auch »nonverbaler Unterricht« möglich ist, wie sie mit einem Schmunzeln anmerkte. Spätestens da wusste sie: »Das ist mein Traumberuf.«

Über eine Station in Hungen gelangte Siegfried 2017 an die THS, wurde Konrektorin und im August 2020 kommissarische Rektorin. Warum sie sich darauf bewarb? »Ich habe es vorher nie gemacht, also bin ich sicher, dass ich es schaffe«, gab sie an Anlehnung an Pipi Langstrumpf zur Antwort. Und versicherte, ihre Aufgaben mit Freude und Leidenschaft, gepaart mit dem Fundus an beruflicher Erfahrung, anzu-gehen. Ihr Dank galt ihrem »wunderbaren Team«, darunter Annette Plank, seit August kommissarische Konrektorin. Die Kolleginnen revanchierten sich mit einem Chor, samt der zuversichtlichen Strophe, wonach das Amt einer Schulleiterin nicht immer Spaß bereite, gewiss aber an der Theoder-Heuss-Schule.

Glückwünsche überbrachten ferner Elisa Armbruster für den Personalrat, Jörg Steiß für die Gesamtschule Laubach, Sabine Schindele und Silke Polat für den Elternbeirat sowie Pfarrer Jörg Niesner für die ev. Gemeinde. Letzterer verwies auf die Schwierigkeiten, Stellen von Grundschulleitern zu besetzen. Bringe diese Aufgabe doch »wenig mehr Geld«, erfordere dafür aber, viel mehr Zeit zu investieren. Umso mehr sei zu würdigen, dass sich Siegfried dieser Verantwortung stelle. So wie Judith Markus. Die langjährige Vorgängerin hatte für Siegfried vor allem den Wunsch auf ein »ruhigeres Fahrwasser als bisher«, während sie von der Politik erhoffte, diese werde den Schulen wieder die Beteiligung an schulischen Dingen erlauben.

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