Ausbauplanung für Laubachs "neuen" Marktplatz. Skizze: "planConcept"
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Ausbauplanung für Laubachs "neuen" Marktplatz. Skizze: "planConcept"

1,2 Millionen für den Marktplatz?

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Laubach(tb). Belebung des Platzes als Treffpunkt der Bürger und Ort kultureller Veranstaltungen, mehr Aufenthaltsqualität, neue Optik, Verbannung der Autos - Ziele, an denen sich die Neugestaltung von Laubachs Marktplatz orientiert. Der Entwurf liegt nun vor, ist bereits vom Denkmalschutz abgesegnet. Kosten: rund 1,2 Millionen Euro.

"Gute Stube" künftig autofrei

Seit Jahren in der Diskussion, soll es mit dem Kernstück der Stadtentwicklung (IKEK) endlich losgehen. Die im Rahmen des IKEK-Prozesses beteiligten Gremien - die unter Einbindung von Bürgern tagende AG "Ortskernentwicklung" sowie die parlamentarische Steuerungsgruppe - haben die Ausbauplanung des Büros "planConcept" einstimmig beschlossen.

Zum Konzept: Gemäß Beschluss des Stadtparlaments aus 2018 werden die Parkplätze vom zentralen Marktplatz verbannt. Unterm Strich - heißt bei Einrechnung der zum Teil neuen Stellflächen am alten Rathaus (jetzt Grünfläche) sowie gegenüber und oberhalb des Engel-Brunnens - entfällt eine Handvoll Stellflächen. Wie ebenso vom Plenum beschlossen, ist Ersatz im näheren Umfeld zu schaffen.

Auch Laubachs "gute Stube" wird somit - abgesehen vom Anliegerverkehr - autofrei,. Sie könnte somit für den Wochenmarkt, für Veranstaltungen oder Außenbewirtschaftung genutzt werden. Alles Aspekte von Aufenthaltsqualität, wie es Städteplaner fassen.

Bekanntlich hat sich das Parlament bei einer Gegenstimme für den Erhalt der platzgreifenden, vor rund 100 Jahren gepflanzten Linde ausgesprochen. Als prägendes Gestaltungselement soll vom Baum ausgehend - sozusagen als imaginärer Stein, der in ein imaginäres Wasser geworfen wird - eine wellenförmige Pflasterung angelegt werden. Eine Terrassierung des abfallenden Geländes wird es nicht geben, rund um die Linde entsteht eine Art "Baumscheibe" mit Sitzplätzen.

Eigenanteil von rund 500 000 Euro

Auf der zentralen Fläche und am angrenzenden Fahrweg werden Pflanzbeete und Bäume (im Bauausschuss war schon mal von "Klobürsten-Optik" die Rede) entfernt. Auch das, um Raum zu schaffen, den Platzcharakter zu "reanimieren". Zur Finanzierung: Die Bausumme wird mit 905 000 Euro angegeben, der Landeszuschuss aus IKEK-Mitteln hat sich zwischenzeitlich auf 684 000 Euro erhöht. Hinzuzurechnen sind freilich Honorarkosten von 320 000 Euro, sodass sich der Eigenanteil auf rund eine halbe Million summiert. On top dürften noch Sanierungen von Wasser und Kanal kommen.

Als nächstes steht der fristgerechte Antrag auf Gewährung avisierter Zuschüsse auf der Agenda. Bestandteil einer Magistratsvorlage zur Gesamtfinanzierung, Planung und Übernahme der Folgekosten von 45 000 Euro (Abschreibungen). Thema war diese soeben im Hauptausschuss. Das Vorhaben, so Michael Köhler, sei von zu großer Bedeutung, um eine öffentliche Darlegung auf die IKEK-Gremien zu beschränken. Auch sollte zuvor das jüngst fertig gestellte Verkehrskonzept beraten werden (wesentlicher Punkt darin ist neben der Verkehrslenkung die Schaffung der Ersatzstellflächen, die Red.).

Dass man wegen des Infektionsgeschehens von einer Bürgerversammlung abgekommen sei, bat Stadtverordnetenvorsteher Kühn um Verständnis. In Kürze werde die Planung aber im "Laubacher Anzeiger" veröffentlicht.

Anregungen seien willkommen, Änderungen noch möglich, unterstrich Bürgermeister Peter Klug. Aber auch, dass doch jeder zu den IKEK-Sitzungen eingeladen gewesen sei. Jetzt gehe es vor allem um den Förderantrag, die Bereitstellung der Mittel. "Bei einem Nein wird’s auch 2021 wieder nichts."

Am Ende empfahl eine klare Mehrheit die Annahme der Vorlage durchs Parlament; sieben Ja-Stimmen standen ein Nein der Grünen sowie Enthaltungen von BfL und FBL gegenüber. Verbunden mit der Ergänzung, dass die Anwohner angeschrieben und zur Beteiligung aufgefordert werden. Zudem soll die Verwaltung Näheres zu Folgekosten erklären.

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