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Millionen-Investition in die Sicherheit

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Die offizielle Chronik des Projekts reicht ins Jahr 2013 zurück. Damals gab das Stadtparlament eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Die Frage: Neubau oder Sanierung des alten Feuerwehrstützpunkts in der Gerhard-Hauptmann-Straße? Nach sieben Jahren meldet Laubach nun den Vollzug: Gestern setzten Vertreter aus Politik und Wirtschaft den symbolischen ersten Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus in der Schottener Straße.

Nach der langen Vorlaufzeit soll es jetzt schnell gehen: Bereits Mitte Juni 2021, wenn Laubach Gastgeber des Kreisfeuerwehrtags ist, soll der auf 5,5 Millionen Euro veranschlagte und vom Land mit 531 000 Euro geförderte Bau fertig sein. "Wir werden das mit aller Macht durchziehen", sicherte Stephan Hundhausen, der Chef des gleichnamigen Generalunternehmers, mit Blick auf Bürgermeister Peter Klug zu. Jener griff zunächst "das Gerede vom Spielzeug für die Feuerwehr" auf, gehe es doch um Investitionen in den Brandschutz: Tatsächlich handele es sich hier um Pflichtaufgaben einer Kommune, betonte er: "Nicht die Feuerwehr Laubach, wir alle erhalten ein neues Gerätehaus - zu unser aller Sicherheit."

Kostenanstieg auf 5,5 Millionen Euro

Dass die Mängel des alten Stützpunkts zahlreich waren, daran erinnerte Klug in der Folge. Nicht zuletzt waren die Vorschriften zur Unfallverhütung dort nicht zu erfüllen, es gab zudem weder einen angemessenen Schulungsraum noch Parkplätze.

Auch die nachlassende Bereitschaft zum Ehrenamt thematisierte Klug. Insbesondere Feuerwehrleute - in der Kernstadt sind es 58 Aktive sowie 43 in den Nachwuchsabteilungen - "lebten ihre Berufung". Der Neubau dürfte daher als Würdigung des Engagements der Aktiven und Motivation für das wichtige Ehrenamt verstanden werden.

So sah es auch Landrätin Anita Schneider, da sie von einem "Zugewinn für die Sicherheit und die Nachwuchsarbeit" sprach. Sie würdigte den Beitrag der FFW Laubach für das Brand- und Katastrophenschutzkonzept des Kreises. "Das läuft nicht ins Leere, auch wir sind in der Pflicht", fuhr sie fort und dankte schließlich der Laubacher Politik, dass diese trotz enger Finanzen die Notwendigkeit dieser Investition erkannt habe.

Um auf die Chronik des größten städtischen Bauvorhabens der jüngeren Vergangenheit zurückzukommen: Nach dem Neubaubeschluss war im September 2015 die Landeszuwendung beantragt und ein knappes Jahr später auch bewilligt worden. Zwischenzeitlich hatten sich die Stadtväter auch der Standortempfehlung des Büros "kPlan" für die Schottener Straße angeschlossen; bei Neinstimmen der SPD, die das Gewerbegebiet auf der anderen Seite der Stadt präferierte.

Dass es trotz Bewilligung des Landeszuschusses im Juni 2016 weitere vier Jahre bis zum Baubeginn dauern würde, hätte damals wohl keiner gedacht. Für die Verzögerung gab es mehrere Gründe, darunter die Suche nach Einsparpotenzialen und ein monatelanger Abstimmungsbedarf im CDU/FW-Mehrheitsbündnis.

Im Februar 2018 endlich wurde eine Kostenobergrenze von 4,5 Millionen Euro beschlossen. Die vom Land gesetzte Frist bis zum Baubeginn war aber da nicht mehr einzuhalten, also wurde der Förderbescheid zurückgegeben und im August 2018 neu beantragt. Im Mai darauf ging die erneute Bewilligung ein, die Ausschreibung ergab dann Mehrkosten von einer Million - schweren Herzens bewilligte das Plenum im Februar 2020 den Nachschlag.

Was die Landesförderung angeht, bat Klug die Rolle Hungens zu beachten, das 2018 zugunsten einer neuerlichen Priorisierung Laubachs eigene Ansprüche zurückgezogen hatte. Apropos: Klugs Amtszeit endet bekanntlich Ende Mai 2021, zur Einweihung hoffte er gestern schon mal auf eine Einladung durch seinen Nachfolger: "Ich komme, auch wenn ich dann Urlaub nehmen muss." tb/Foto: tb

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