Mehrfamilienhäuser auf dem Weg

  • schließen

Nach langer Debatte beschloss Laubachs Stadtparlament am Mittwochabend die Aufstellung des Bebauungsplans "Johann-Sebastian-Straße". Anlass ist die Planung von Investoren, anstelle des Singalumnats fünf viergeschossige Mehrfamilienhäuser zu errichten. Zwar ist der Aufstellungsbeschluss nur der erste Verfahrensschritt hin zur Satzung, steht etwa die Beteiligung von Behörden und Anwohnern erst an. Dennoch dürften die 60 Bewohner des "Musikerviertels", die die Debatte verfolgten, enttäuscht sein: Ihre Forderung, bereits jetzt die Bauhöhe auf zwei Voll- und ein Sattelgeschoss zu begrenzen, wurde abgelehnt.

Nach langer Debatte beschloss Laubachs Stadtparlament am Mittwochabend die Aufstellung des Bebauungsplans "Johann-Sebastian-Straße". Anlass ist die Planung von Investoren, anstelle des Singalumnats fünf viergeschossige Mehrfamilienhäuser zu errichten. Zwar ist der Aufstellungsbeschluss nur der erste Verfahrensschritt hin zur Satzung, steht etwa die Beteiligung von Behörden und Anwohnern erst an. Dennoch dürften die 60 Bewohner des "Musikerviertels", die die Debatte verfolgten, enttäuscht sein: Ihre Forderung, bereits jetzt die Bauhöhe auf zwei Voll- und ein Sattelgeschoss zu begrenzen, wurde abgelehnt.

Nein von 90 Prozent der Anwohner

Die Anwohner haben 208 Unterschriften ("90 Prozent des Viertels") gegen das Zehn-Millionen-Projekt gesammelt, übergaben diese vor der Sitzung. Wie berichtet, fürchten sie, der "Gebietscharakter" des Viertels, geprägt durch Ein- oder Zweifamilienhäuser mit zwei Vollgeschossen, werde durch die "Wohntürme" massiv gestört. Auf der anderen Seite die Investoren, nach eigenem Bekunden "nicht eindimensional auf Gewinnmaximierung" festgelegt: Ohne Viergeschossigkeit, das haben sie klargestellt, sei das Projekt "wirtschaftlich nicht darstellbar."

Eine Frage der Abwägung allemal, doch wann sollte "die Politik" diese treffen? Für Laubachs Grüne keine Frage: "jetzt". Michael Köhler beantragte daher (vergeblich) die Begrenzung auf zwei Voll- und ein Staffelgeschoss als Vorkehrung gegen eine zu massive Bebauung. Schließlich sei es unsinnig, so zu tun, als wisse man nicht, dass ohne vier Geschosse das Projekt gestorben sei. Dass alle die Bauruine Alumnat beseitigen wollten, rechtfertige nicht einen "städtebaulichen Sündenfall." Besser wäre da eine finanzielle Beteiligung der Stadt, um die Rentabilität dennoch zu erreichen. Zweifel an der behaupteten "Alternativlosigkeit" äußerten dagegen Ralf Schmidt (FDP) und Dirk Hofmann (FBLL), das müsse erst noch belegt werden. "Zu groß, zu hoch, wer kann sich eine Eigentumswohnung zu 2500 Euro/qm leisten?", lautete auch das Urteil von Hans-Georg Frank (BfL). Zu massiv, meinte ebenso Andreas Straka (FW) – anders aber die anderen Freien Wähler: Nach Jahren des vergeblichen Kampfes gegen den Schandfleck gelte es, jetzt die Chance zu nutzen, meinte Lutz Nagorr. Zumal eine millionenschwere Wirtschaftsförderung einhergehe. "Es muss sich nun mal rechnen". Den Bedarf an Wohnungen auch in Laubach baten Hartmut Roeschen (SPD) wie Andreas Schöneborn (CDU) zu beachten. "Wir sollten mit offenen Karten spielen, bei zwei Geschossen findet sich kein Investor", mahnte Bürgermeister Klug. Und weiter: "Es gibt neben dem Anwohnerinteresse auch das von Menschen, die eine barrierefreie Wohnung suchten."

Die Abstimmung: Der Aufstellungsbeschluss wurde mit 17 Stimmen von CDU, FW und SPD gegen jene von FBLL, BfL, FDP und FW (jeweils eine) beschlossen. In Ergänzung der Magistratsvorlage bereits festgesetzt wurde: Gemäß Stellplatzsatzung geforderte Parkplätze (rund 100) sind auf dem Grundstück auszuweisen; vor dem Abriss ist ein Schadstoffgutachten zu erstellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare