Mehr Schaden als durch "Kyrill"

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Laubach (pm). Die Wälder leiden nicht nur unter den Folgen der vergangenen trockenen Wochen, sondern vor allem des vorangegangenen Sommers. Wie die Stadtwaldstiftung Laubach in einer Pressemitteilung schreibt, kommen die Schäden zu großen Teilen erst jetzt zum Vorschein. Unter anderem wurden Trockenschäden an den Fichten, verstärkter Borkenkäferbefall und Schleimfluss an Buchen festgestellt. Trotz des Regens der vergangenen Tage seien die Abwehrsysteme der Bäume noch geschwächt.

Bereits im Winter haben man versucht, die mit Borkenkäferlarven befallenen Bäume zu fällen. Dennoch sei es nun insbesondere entlang der Stadtwaldgrenzen ab Ostern zu einem erneuten, flächigen Käferbefall gekommen.

Seit dem Windwurf des Sturms Friederike im Januar 2018 seien in der Stadtwaldstiftung Laubach insgesamt 23 500 Festmeter Schadholz angefallen. 8400 Festmeter Fichte wurden Opfer des Windes, 12 800 Festmeter der Borkenkäfer. Damit ist bereits die Schadensmenge der Stürme "Emma" und "Kyrill" von 2007 und 2008 erreicht. Die Stadtwaldstiftung befürchtet, dass die Käferschäden über den Sommer hin noch größer werden.

Problematisch sei es auch, die Fichte zu verkaufen, da der Markt übersättigt sei. Es ließe sich nur die Hälfte des Erlöses des Vorjahrs erzielen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Dazu kommen noch die Kosten für die Wiederaufforstung. Allein seit Januar 2019 ist eine Fläche von 30 Hektar angefallen, die wieder bepflanzt werden muss. Die Stadtwaldstiftung rechnet allein hierfür mit 175 000 Euro für Nachbesserungen und Pflegekosten sowie 180 000 Euro für die Rekultivierung. Sie rechnet darum damit, dass das Betriebsergebnis in diesem Jahr ins Minus rutscht.

Kuratoriumsvorsitzender Dr. Jens Borchers erklärt, dass die Stadtwaldstiftung Laubach in den letzten 20 Jahre genügend Reserven gebildet habe, um die für die Zukunft erforderlichen Investitionen fast unabhängig von der Krise bestreiten zu können. Wegen ihrer geringen Fixkosten könne sie flexibel reagieren und durch ihren hohen Laubholzanteil sei sie nicht so extrem gefährdet wie reine Fichtenbetriebe. Jedoch stünden dadurch in absehbarer Zeit nur geringe Stiftungsmittel zur Auszahlung bereit.

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