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Radwegebau

Lückenschluss für Bahnradweg Hungen-Laubach

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Am Radweg Hungen-Laubach naht der Lückenschluss. Schluss aber ist dann noch lange nicht: Die Touristiker träumen von einer Verbindung von der Wetterau bis in den Vogelsberg - samt unterirdischem Highlight.

Kürzlich erfolgte die Submission, im August soll es mit dem Weiterbau des Radwegs vom "Sträuches" nahe Wetterfeld (Foto) bis Laubach losgehen. Etwas später als avisiert. Zumindest die Asphaltierung des 2,8 Kilometer langen Abschnitts dürfte im Oktober/ November fertig sein, erklärt Hans-Peter Wahlen auf GAZ-Anfrage.

Ob der Lückenschluss des Radwegs zwischen Hungen und Laubach dann auch freigegeben werden kann, ließ der Mitarbeiter des Laubacher Bauamts offen. In Zeiten von Corona dauert es mit Lieferungen etwa von Geländern zur Absturzsicherung länger.

Zweieinhalb Meter breit wird die Trasse, gesäumt von 50 Zentimeter breiten Banketten. Die Kosten betragen insgesamt 735 000 Euro. Zuwendungsfähig (Ingenieurleistungen etwa fallen nicht darunter) sind 667 000 Euro, wovon das Land sogar 80 statt bisher 75 Prozent übernimmt. Nach Adam Riese bleibt der Stadt ein Anteil von 201 000 Euro.

Tragende Rolle für Schotterkörper

Der Radweg verläuft auf dem weitgehend erhaltenen und daher tragfähigen Schotterkörper der alten Bahnstrecke. Der Abschnitt beginnt südlich von Wetterfeld, endet in Laubachs Gewerbegebiet, wo der Radler einige Meter auf die Straße wechseln muss, um am Festplatz "Helle" doch auf den Bahndamm zurückzukehren. Auf diesem 2019 fertiggestellten Abschnitt geht es ostwärts bis zum "Laubacher Wald"; bis zur Stilllegung der Seentalbahn 1959 handelte es sich dabei um einen Haltepunkt, heute ein Gasthaus.

Ihre Freude über den Weiterbau brachten jüngst Politiker der Grünen zum Ausdruck. "Eine Aufwertung für die Region", ward MdL Katrin Schleenbecker, in einer Presseerklärung zitiert. Und Christian Zuckermann, Chef der Kreistagsfraktion, betonte, hier werde bar eines zu starken Eingriffs Natur erlebbar gemacht. "Ohne unser Engagement wäre der Radweg, so wie er heute besteht, nicht möglich gewesen", reklamierte der Laubacher Michael Köhler.

Am erwähnten "Laubacher Wald" freilich soll lange noch nicht Schluss sein. Rund anderthalb Kilometer weiter ist vielmehr der absolute Höhepunkt geplant - und die Chancen darauf sind jetzt gewachsen. Die Rede ist vom Eisenbahntunnel nahe Freienseen. Also nicht von der Röhre nebenan, die im Zuge des geplanten, aber nie realisierten zweigleisigen Ausbaus der Strecke 1939 fertiggestellt wurde, lange schon für eine Pilzzucht genutzt wird. Geplanter Ankauf des Eisenbahntunnels scheiterte laut Stadt bisher vor allem an der Preisforderung des Unternehmers, der die "Zweitröhre" ab und an für seine Pilze nutze.

Recherchen, so hieß es nun aus dem Rathaus, hätten aber ergeben, dass sich ein Großteil des Areals gar nicht im Privateigentum befinde: "Hessen Mobil gehört die Kreuzung darüber und also auch die Tunnel darunter".

Stadt: Land wahrer Eigner des Tunnels

Dass die 133 Meter lange Unterführung trotz der Stilllegung vor 61 Jahren (Aus für Seentalbahn) noch gut in Schuss sei, merkt Markus Stiehl an. Der Prokurist der städtischen Tourismus GmbH koordiniert die Bestrebungen zur Einbindung des Tunnels ins Radwegekonzept, sähe darin eine "absolute Attraktion". Unterstützung erfährt er von den Nachbarkommunen Grünberg und Mücke, über deren Gebiet schließlich der Bahnradweg weitergeführt werden soll. Stiehl: "Wir sind dran, um einen möglichst hohen Förderanteil zu realisieren." Hoffnung machten hier erste positive Signale von Hessen Mobil: Danach könnte der Abschnitt gar von Berlin bezahlt werden, plane man dort doch Entlastungsstrecken für Radler entlang von Bundesstraßen, hier der B 276.

Dass es mit einer Bewilligung nicht getan ist, etwa Fragen des Naturschutzes zu klären wären, weiß auch Stiehl. Dennoch: Gerade mit Blick auf den Run auf E-Bikes kommt er als Touristiker ins Schwärmen, wenn er an eine durchgängige Radwegverbindung von Wölfersheim bis Mücke denkt - via Hungen und Laubach und durch den Freienseener Tunnel hindurch.

tb/Foto: tb

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