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Propst Matthias Schmidt (l.) ordiniert die neue Pfarrerin Carina Louise Schmidt-Marburger im Pfarrgarten.

»Leidenschaftliche Theologin«

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Laubach (dis). Mit einem festlichen Gottesdienst im Pfarrgarten Wetterfeld wurde die neue Pfarrerin für die evangelische Kirchengemeinde Wetterfeld/Ober-Bessingen/Röthges/Münster (WORM) im Dekanat Grünberg, Carina Louise Schmidt-Marburger, in ihr Amt ordiniert. Mit dabei waren bei strahlendem Sonnenschein zahlreiche Kirchenvertreter, Weggefährten und Gläubige sowie ihre Familie.

Pfarrer Jörg Gabriel als stellvertretender Dekan für das Dekanat Grünberg leitete den Gottesdienst.

Der Propst für Oberhessen, Pfarrer Matthias Schmidt, ging in seiner Ansprache auf die Persönlichkeit der neuen Pfarrerin ein. Getroffen habe er sie erstmals 2019 in der evangelischen Akademie in Frankfurt bei der Verleihung des Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Nachwuchspreises. Schon 2017 hatte sie für ihre religionspädagogische Arbeit ein Stipendium der hessischen Lutherstiftung erhalten. Schmidt-Marburger sei eine kluge und leidenschaftliche Theologin, die Freude am wissenschaftlichen Denken und Arbeiten mit großer Themenvielfalt habe. Dazu gehöre unter anderem die gendersensible, feministische, politisch-kontextuelle Theologie.

Aber wer nun eine weltabgewandte Elfenbeinturmgelehrte erwarte, habe weit gefehlt, betonte Schmidt. Es gehe ihr um die Menschen und das konkrete Leben. Das habe sie im Vikariat in Hirzenhain gezeigt und vertieft. In ihrem Abschlussbericht habe ihre Lehrpfarrerin geschrieben: »Klare Sprache, lebendige Liturgie, theologisch fundierte Predigten und Zuwendung zum Menschen lassen die Gemeinde und mich gerne in den Gottesdienst kommen.«

Auch ihre Gastgemeinde in Billertshausen und Zell habe sie und ihren Dienst im vergangenen halben Jahr geschätzt.

Kollekte für die Flutopfer

Jetzt gelte es, eine Gemeinde eigenverantwortlich als Pfarrerin zu leiten. Die Kirche brauche junge Menschen, die den Weg der Kirche in die Zukunft mitgestalten. Die erste Stelle sei immer eine Herausforderung und manchmal werde die Pfarrerin für die anvertrauten Menschen auch kämpfen, streiten und in Konflikte gehen. Doch mit der Ordination bekomme sie den Segen und die Geisteskraft Gottes zugesprochen.

Mit der Verlesung des Grundartikels und Schriftenlesung durch Propst Matthias Schmidt und Präses Elke Sézanne wurde zur Ordinationsverpflichtung und den Segnungen der Assistierenden übergeleitet.

Grußworte des Dekanats in Vertretung von Dekan Norbert Heide überbrachte Sézanne, Karl-Heinz Römer sprach als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands WORM. Er sagte, dass man die neue Pfarrerin mit offenen Armen aufnehme. Als Ansprechpartnerin sei sie zuständig für Orientierung und Lebenshilfe und begleite die Menschen ihr Leben lang.

In ihrer Predigt ging Schmidt-Marburger auf das Leid und die Solidarität unter den Menschen bei der Bewältigung der Folgen nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ein. Hier habe man selbstlose Hilfe aus allen Altersgruppen und Organisationen wahrnehmen können. Nicht nur, dass viele Menschen ihr Leben verloren haben, sondern oft auch alles Hab und Gut, stelle eine große Herausforderung dar.

Natürlich gebe es auch Kritik, es sei nicht rechtzeitig gewarnt worden. Sie sprach über das Gleichnis aus der Bergpredigt im Matthäusevangelium, dass man sein Haus auf einem sicheren Felsen bauen soll und nicht auf einem unsicheren Sanduntergrund. Doch dürfe man aus dieser Bildersprache den Menschen keinen Vorwurf in der Realität machen.

Wichtig sei, dass die Kirche ein Haus der Hoffnung sei und den Stürmen des Lebens trotze. Schmidt-Marburger wies darauf hin, dass die Kollekte zugunsten der Flutopfer verwendet wird.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatten Gernot Aßmann am Piano und der Projekt-Posaunenchor Oberhessen unter Leitung von Sebastian Witzel übernommen, der sich aus Musikern der vorhergehenden Stationen der neuen Pfarrerin zusammen setzte.

Im Anschluss waren die Gäste zu Kaffee und Kuchen eingeladen, den die Landfrauen kredenzten.

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