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»Schnurstracks« führt die L 3481 durch Münster, was für Lärm und Unfallgefahren sorgt.

Laubacher Politik macht Druck

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Laubach (tb). »Die Bevölkerung will, dass es endlich vorangeht« - mit eindringlichen Worten mahnte Harald Mohr am Donnerstag die Stadtverordneten, die Anträge seiner SPD-Fraktion für mehr Verkehrssicherheit in Münster zu beschließen. Am Ende taten sie es, wenn auch nur eingeschränkt.

Dass dieser Stadtteil ein Problem hat, ist bekannt: Zum einen liegt er an der stark frequentierten Landesstraße zwischen Laubach und Gießen, zum zweiten ist die Ortsdurchfahrt kerzengerade, sodass des Nachts schon Geschwindigkeiten von weit über 100 km/h gemessen wurden. Und: Seit dem Abbau der »Blitzer« 2015 wird Rasen (meist) nicht mehr sanktioniert. Alle Proteste der Münsterer aber bewirkten bis dato einzig ein Tempolimit von 30 km/h, doch nur von 22 bis 6 Uhr. Um die Einfahrtsgeschwindigkeit am östlichen Ortsrand zu senken, beantragte die SPD in der Sitzung des Plenums den Bau einer Verkehrsinsel. Danach sollte der Magistrat die im Vorjahr etatisierten 30 000 Euro nehmen, »sofort« mit dem Bau beginnen und mit Hessen Mobil über die Kostenübernahme verhandeln.

»Mindestens eine Ordnungswidrigkeit wäre das«, warnte Parlamentschef Kühn. Nicht anders Hans-Georg Teubner-Damster (Grüne): »Die Straße gehört Hessen Mobil.« Die 30 000 Euro seien im Übrigen als städtischer Anteil für die Planung eingestellt worden.

SPD-Sprecher Hartmut Roes-chen sah es ein. Da aber alle den dringenden Bedarf sähen, man der Forderung Nachdruck verleihen sollte, sollte doch der Magistrat wenigstens beauftragt werden, umgehend mit der Landesstraßenbauverwaltung zu verhandeln.

Die CDU fordere natürlich und auch weiterhin die Verkehrsinsel, nur habe das Plenum entsprechenden Antrag bereits 2020 beschlossen, sei der SPD-Vorstoß also überflüssig, erklärte Siegbert Maikranz. Wörtlich: »Nur weil Landratswahl ist, spielt Hartmut Roeschen wieder mal den großen Zampano.«

Netzwerke nutzen

Als Kompromiss kurz erwogen ward, der Verkehrsinsel höheren Stellenwert beizumessen (bisher Priorität III auf der dem Land gemeldeten Liste). Dass dann ein anderes Projekt runtergestuft werden müsste, ob man dafür die Ortsdurchfahrt Gonterskirchen nicht weiterführen solle, fragte Bürgermeister Matthias Meyer - eher rhetorisch. Damit war die Debatte beendet, die SPD-Vorlage wurde bei nur fünf Jastimmen abgelehnt.

Mehr Erfolg hatte die Fraktion mit der Wiederauflage ihres Antrags aus 2016, der auf den Bau eines Kreisels am Münsterer Kreuz abzielt. »Sicherheit muss erste Priorität haben«, forderte Harald Mohr. Der SPD-Politiker und Polizist: »Es geht hier um Tempodrosselung. Wenn bei dieser Ampel Unfälle passieren, bleibt es nicht bei Blechschäden.« Im Übrigen brauche es hier keine großen Umbauten, koste dieser Kreisel nicht 600 000 oder 800 000 Euro. Und: »In Utphe ging es doch auch.« Mohr appellierte an die Kollegen, ihre Netzwerke nach Wiesbaden und Berlin einzusetzen. Darauf Kühn, schmunzelnd und mit Hinweis auf verwandtschaftliche Beziehungen des neuen MdB Felix Döring nach Laubach: »Der Junge macht das schon.«

Die Wahrscheinlichkeit für den Kreisel, warnte Bürgermeister Meyer vor falschen Hoffnungen, tendiere gegen null. Denn: Hessen Mobil sehe ob der Unfallzahlen keinen Änderungsbedarf, plane bereits eine Sanierung der Ampel mit LED-Lampen für besseren Kontrast, da das Gros der Unfälle bei tief stehender Sonne passiert sei.

CDU und FW regten daher an, die Entscheidung ein halbes Jahr zu vertagen und auf das Ergebnis der »Netzwerker« zu warten. Dies auch wegen der Überlastung der Verwaltung. Deshalb nichts zu beschließen - für Mohr »ein schlechtes Signal« an die Bürger. So sah es am Ende auch die Mehrheit: 15 Ja-, 9 Neinstimmen, 4 Enthaltungen.

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