Laubacher Pfadfinder beim "Eurocamp" unweit von Rom

Laubach (pm). Höhepunkt der Fahrten- und Lagersaison ist für die Pfadfinder die große Sommerfahrt. In diesem Jahr fuhren Angehörige des Laubacher Stammes "Hagen von Tronje" nach Italien – Ziel war das Eurocamp der "World Federation of Independent Scouts" (WFIS) nahe Rom.

Über 2000 Pfadfinder aus 20 Nationen waren nahe der Ewigen Stadt zusammengekommen. Mit im Kontingent der Laubacher waren Partner aus Tschechien und Ghana.

Der Verband WFIS, 1996 in Laubach als Dachverband unabhängiger Pfadfinderbünde gegründet, ist mit rund drei Millionen Mitgliedern in über 100 Verbänden weltweit vertreten. Alle vier Jahre veranstalten die einzelnen Regionen ihre Camps – in diesem Jahr gab es ein Amerika-Treffen in Chile und nun das Eurocamp in der Nähe von Rom. 2010 war das europäische Treffen im Hunsrück (die Laubacher gehörten seinerzeit zu den Organisatoren), davor in der Schweiz und in Dänemark. Auch beim Afrika-Jamboree 2012 (in Ghana) war eine Gruppe der Laubacher Pfadfinder zu Gast.

"Römischer Markt"

In den einzelnen Untercamps gab es nun ein Wiedersehen mit Gruppen aus Tschechien, Russland, England, Kanada, Mexiko, Spanien oder Italien, zu denen die Laubacher seit der Gründung des gemeinsamen Dachverbandes intensive Partnerschaften pflegen.

Die Solmser waren in Kleinbussen angereist und hatten das Lager mitten in der Nacht erreicht – die Zelte mussten bei Dunkelheit aufgebaut werden. In den folgenden Tagen wurden dann Lagerbauten errichtet – jedes Teillager wetteiferte dabei mit den anderen.

Das Thema des Eurocamps 2014 lautete: "Römer, Kelten und Germanen". In den Wochen zuvor hatte es hierzu intensive Vorbereitungen gegeben, unter anderem ein Treffen, bei dem geschichtliche Daten ebenso vermittelt wurden wie aktuelle Informationen zum Gastgeberland Italien. Gleichzeitig wurden Kostüme geschneidert, denn am letzten Tag stand ein "Römischer Markt" auf dem Programm. Ein umfangreiches Infoheft zum Lagerthema wurde in Eigenarbeit zusammengestellt, das dann – während der langen Fahrt von Laubach nach Rom – als Grundlage für ein Quiz diente.

Das Lager selbst begann mit einer großen Eröffnungszeremonie und dem Hissen der Flaggen aller teilnehmenden Nationen. In den nächsten Tagen standen sodann Wettbewerbe, Workshops zu Pfadfindertechniken, Puppen basteln sowie ein Ausflug nach Rom auf dem Programm. Nicht minder: In Gruppen, aus verschiedenen Teilnehmerverbänden gemischt, ging es auf einen sogenannten Hike, also eine Wanderung mit Aufgaben an einzelnen Stationen, in die nähere Umgebung des Lagers.

Wieder zurück, ging es dann an die Vorbereitung für den abschließenden "Römermarkt". Dafür wurden sogar Armbrüste oder römische Streitwagen gebaut, mit denen dann Rennen veranstaltet wurden. In einer feierlichen Zeremonie erhielt der "Laubacher" Gast aus Ghana, Felix Agbodogli, das "Woodbadge" überreicht, das weltweit höchste Abzeichen, dass Pfadfinder nach erfolgreichem Abschluss eines mehrjährigen Leiter-Trainings erreichen können. Unter den drei Millionen Mitgliedern der WFIS gibt es knapp 380 Pfadfinder, die dieses Abzeichen tragen dürfen.

Nächstes Jahr in Indien?

Der letzte Lagertag stand, wie bereits angedeutet, ganz im Zeichen des "Alten Roms". Die Pfadfinder präsentierten sich in den selbstgeschneiderten Kostümen, behängt mit traditionell römischem Schmuck. Oder aber man trat in Nationalkostümen auf, denn zugleich beging man "International Day", den es traditionell auf Großlagern dieser Art gibt und bei dem sich die Teilnehmer in Landestracht zeigen und viele Informationen über ihre Heimatländer vermitteln.

"Viel zu schnell war die Woche im Lager vorbei und es hieß Lager abbauen", schreiben die Laubacher am Ende. Nach einer großen Abschlusszeremonie ging es auf die Rückfahrt, wo noch einmal in einer Hütte der Schweizer Partnergruppe am Vierwaldstädter See übernachtet wurde.

Das Eurocamp war für alle eine tolle Erfahrung und gab auch Gelegenheit, eine schöne Pfadfindertradition zu pflegen: Beim großen Lagerfeuer schütteten die Laubacher aus einem Horn Asche ins Feuer. Diese stammte von einem Lagerfeuer im vergangenen Jahr in der russischen Taiga, wo man mit der dortigen Partnergruppe zusammengekommen war. Seit rund zwei Jahrzehnten wandert so der "Geist der großen Lagerfeuer" von einem Treffen zum anderen – unter anderem nach Mexiko, Kanada, Russland, Schweiz oder Dänemark.

Auch vom großen Lagerfeuer des Eurocamps im Sommer 2014 nahe der Ewigen Stadt wurde Asche mitgenommen, die nun im kommenden Jahr in ein neues Lagerfeuer geschüttet wird – möglicherweise in Indien.

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