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Laubacher Note

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Von: Thomas Brückner

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Laubach (tb). Klar: Öffentlicher Personennahverkehr kommt auf dem »flachen« Land teurer als in den Zentren. Doch sind Busse und Bahnen essenziell, sofern Sonntagsreden über das Verfassungsgebot gleichwertiger Lebensbedingungen oder den Klimaschutz nicht hohle Phrasen bleiben sollen.

Als positives Beispiel ist der »Laubach-Shuttle« zu nennen: Der Schnellbus nach Gießen ging Ende 2020 an den Start, nach einer anderthalbjährigen Testphase - inklusive verbessertem Fahrplan (Endpunkt Bahnhof Gießen statt Anne- röder Viertel) - wurde er zum 5. September in die reguläre Linie 372 integriert. Zunächst bis Jahresende. Der Weiterbetrieb hängt von den Fahrgastzahlen, aber auch den Zuschüssen ab, die Bund und Land künftig den Verkehrsträgern (hier RMV) zuweisen.

Appell zur Nutzung

Dass der Shuttle zum »richtigen Bus« wurde - schön und gut, meint sinngemäß der Ortsbeirat Laubach. Schlecht aber seien einhergehende Veränderungen am Fahrplan.

In der jüngsten Sitzung stimmte eine, wenn auch knappe Mehrheit von vier Stimmen für die von Ortsvorsteher Günter Haas (FW) formulierte »Protestnote« (die Fassung von Hartmut Roeschen, SPD, erhielt drei Stimmen, bei zwei Enthaltungen). Wie es darin zunächst heißt, habe man mit Betroffenheit die kurzfristige Einstellung der Schnellbusverbindung GI-39 zur Kenntnis genommen. Auf Kritik stößt vor allem die Streichung der auch auf Anregung des Beirats erst im März hinzugenommenen Haltestellen in Gießen (»Johanneskirche«, »Bahnhof«). Dabei hätten Fahrgäste wie Busfahrer bestätigt, dass diese Angebotserweiterung eine »wesentliche Verbesserung der Nutzung« gebracht habe. Obendrein entfalle der Bus samstags generell. Dabei sei doch eine bessere Akzeptanz und mithin eine bessere Wirtschaftlichkeit als Vorgabe für die Zukunftsfähigkeit der Linie formuliert worden.

Bei der Entscheidung (zur Einschränkung des Angebots) habe man die Ziele der Landes- und Bundespolitik und damit auch die Bedürfnisse der Menschen im ländlichen Raum außer Acht gelassen. Wörtlich: »Wenn dies Teil der geforderten Verkehrswende sein sollte, sei die Frage erlaubt, wie man mit dem Rückbau eines solch attraktiven Angebotes mehr Fahrgäste für den ÖPNV begeistern will?«

Bürgermeister Meyer und Stadträtin Dr. Christiane Schmahl verteidigten laut Protokoll in der Sitzung Landrätin Schneider gegen Kritik. Habe sie sich doch dafür eingesetzt, dass überhaupt noch eine Schnelllinie fahre. Bis vor einigen Wochen nämlich habe der RMV noch die Linie komplett streichen wollen. Von daher der erneute Appell, das Angebot zu nutzen, auf dass sie fortgeführt, eventuell gar wieder ausgebaut werden könne.

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