Röthges durfte sich als „Dolles Dorf“ im HR-Fernsehen präsentieren.
+
Röthges durfte sich als „Dolles Dorf“ im HR-Fernsehen präsentieren.

Laubach im HR-Fernsehen

Röthges brilliert als „Dolles Dorf“ in der „Hessenschau“

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
    schließen

In Röthges gibt es einen Junggesellenzug, einen neuen Blumenladen und zudem einen Pilgerstempel an der Kirche: Was bislang meist nur Einheimische wussten, zeigte die »Hessenschau« am Samstagabend in der Reihe »Dolles Dorf«. Die Resonanz auf das Dorfportrait ist bei den Einwohnern des Laubacher Stadtteils positiv.

Laubach – Ab kurz vor 20 Uhr am Samstagabend klingelte das Telefon von Harald Mohr im Minutentakt. Viele Freunde und Bekannte hatten in der Reihe »Dolles Dorf« in der »Hessenschau« das Dorfportrait von Röthges gesehen. »Das war richtig geil«, teilte dem Ortsvorsteher ein Freund mit.

Seit vielen Jahren wählt die »Hessenschau« per Zufallsprinzip ein Dorf für das wöchentliche Dorfportrait aus. Ein Kamerateam fährt in das ausgeloste Dorf hinaus, um die Besonderheiten des Ortes vorzustellen und in einem rund fünf Minuten langen Beitrag in der »Hessenschau« zu präsentieren. Besondere lokale Bräuche, Gegebenheiten oder Berufe finden dabei Beachtung; die für die meisten Dörfer typischen Ortsvereine finden sich hingegen nur selten in der Berichterstattung wieder.

Beim Ortsvorsteher von Röthges stand das Telefon nicht mehr still

Es war bereits der zweite Abend in einer Woche, an dem bei Mohr das Telefon nicht still stand. Am Donnerstagabend kam er gerade vom Sport. Während er unter der Dusche stand, zog Reporterin Nora Enns aus der Lostrommel die Karte mit dem Aufdruck »Röthges«. Nur Minuten später brach das Fernsehteam auf - und bei Mohr glühte die Telefonleitung.

Wieder einmal zeigte sich: In Röthges kann man was bewegen: »In Null-Komma-Nix war die Dorfgemeinschaft zusammen«, sagte Mohr. Als gut eine Stunde später Reporterin Enns, Kameramann Marcus Bär, Beleuchter Bernhard Martin und Tonmann Bernd Pfunsch eintrafen, warteten 60 Bürger auf sie.

Enns wollte erfahren, was das Dorf besonders und liebenswert macht. Das zeigten ihr die Röthgeser gerne. So kam es, dass um die Mittagszeit ein Zug durchs Dorf fuhr. Dies war jedoch nicht die neueste Lösung für die schlechte Nahverkehrsverbindung, sondern der Junggesellenzug.

Dreharbeiten für das HR-Fernsehen in Röthges

„Hessenschau“ zeigt „Dolles Dorf“ Röthges im TV

Klaus Hofmann berichtete dem Fernsehteam, wie dieser nach Röthges kam: 1999 wurde ausgiebig auf der »Hessenbrückenmühle« ein Junggesellenabschied gefeiert. Den Rückweg ins Dorf wollte in den frühen Morgenstunden niemand mehr laufen. Da erinnerte sich die Gruppe an die Bimmelbahn für Kinder. Die Gaststätte hatte diese vor Jahren außer Betrieb gesetzt und im Hühnerschuppen eingelagert. Unterm Einfluss einiger Promille wurde der Zug kurzerhand gekauft - und rollte wenige Minuten später in Richtung seiner neuen Heimat.

»Den Bräutigam haben wir dann in den frühen Morgenstunden seiner zukünftigen Braut übergeben«, erzählte Hofmann und schmunzelte. Seitdem ist der Zug fester Programmpunkt bei Junggesellenabschieden.

Bereits am Morgen wurde die besondere Funktion des vermeintlichen Vogelhäuschens an der Kirche erklärt: Es beherbergt einen Pilgerstempel des Lutherwegs. Dass der Reformator durch das Dorf nach Worms zog, ist noch heute Ortsgespräch: »Mein Opa hat von seinem Opa erzählt bekommen, dass ihm sein Opa gesagt hat, dass der Luther hier vorbeikam«, berichtet Helga Momberger mit einem Augenzwinkern. Der Stempel wird übrigens gerne als Kontrollpunkt bei Oldtimer-Rundfahrten verwendet.

HR-Fernsehen besucht Laubach: Röthges präsentiert als „Dolles Dorf“ den Löschteich

Weitere Stationen des Drehs waren der neue Blumenladen, der just am Drehtag eröffnete, sowie die Vorbereitungen auf das Erntedankfest am Sonntag.

Eine Sache liegt den Röthgesern besonders am Herzen: der Löschteich. Annette Pauli berichtete, dass in diesem Gewässer Generationen von Röthgesern schwimmen gelernt haben. Auch habe es viele Besucher aus den Nachbardörfern gegeben - vor allen Dingen nachts zum Nacktbaden.

Diese Szene konnte allerdings nicht nachgestellt werden. Nicht etwa wegen der Wassertemperatur, sondern dem Zaun, welchen die Stadt Laubach rund um den Teich errichtet hat.

Ein Dorf kommt zusammen.

Der Dreh fand unter den derzeitigen Corona-Hygienebestimmungen statt. Das klassische Abschlussbild, bei dem sich so viele Einwohner wie möglich dicht aneinander drängen, ist da nicht möglich. Doch Enns ließ sich eine kreative Alternative einfallen: Alle Röthgeser durften auf Badehandtüchern und mit Abstand auf der Schwimmbadwiese Platz nehmen, wurden dann per Drohne gefilmt.

Nach Drehschluss steigt die Spannung in Laubach: Röthges „gut angekommen“

Nach Drehschluss warteten die Röthgeser gespannt darauf, was das Fernsehteam für die »Hessenschau« zusammenschneiden würde. Für Schmunzeln sorgte, dass fast alle Personen, die im Beitrag namentlich genannt wurden, mit Nachnamen Hofmann hießen. Selbst Annette Pauli ist eine geborene Hofmann. »Die sind aber nicht alle miteinander verwandt«, sagte Mohr.

Man habe hessenweit zeigen können, wie schön es in Röthges ist, resümiert der Ortsvorsteher. Auch die Problematik rund um den Löschteich sei ausgewogen angesprochen worden. »Ich denke, es ist gut angekommen.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare