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Parkplatz Bahnhofstraße: Die SPD schlägt hier den Bau eines zweistöckigen Parkdecks vor, will dies aber auch, inklusive der Kosten, für andere altstadtnahe Standorte geprüft sehen. Foto: tb

Parkplatzengpass

Laubach diskutiert über Bau eines Parkdecks

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Der Vorschlag der SPD Laubach, aus einem Anfang der 70er gebauten Parkplatz ein Parkdeck zu machen, stößt auf Gegenliebe. Nur will die Mehrheit der Parteien ein Verkehrsgutachten abwarten.

Laubach - Darin sind sich diesmal die "maßgeblichen politischen Kräfte Laubachs" (SPD-Fraktionschef Roeschen) einig: Als wesentlicher Akzent der Stadtentwicklungsplanung (IKEK) soll der Marktplatz autofrei werden. Zumindest der ruhende Verkehr wird verbannt, einzig Anlieger umliegender Straßen dürfen noch über die "gut Stub’" fahren. Um den Verlust an Stellflächen zu kompensieren, auf dass die Geschäfte keine Kunden verlieren, schlägt die SPD den Ausbau des Parkplatzes in der Bahnhofstraße mit seinen gut 15 Stellflächen zum zweigeschossigen Parkdeck vor.

Klug: Gute Idee - nur zu früh

"Die Idee ist gut", findet selbst Bürgermeister Peter Klug. Nur, und da war sich der Verwaltungschef am Dienstag mit der breiten Mehrheit des Fachausschusses einig, komme beantragte Prüfung zu früh. Es gelte das Verkehrsgutachten abzuwarten, das wegen der späten Etatgenehmigung jüngst erst habe in Auftrag gegeben werden können.

Vor einem "Schnellschuss" warnte auch Joachim M. Kühn (FW), zumal der Gutachter nicht nur Vorschläge zur Verkehrsführung in der Altstadt entwickeln, sondern auch Zahlen zum Stellplatzbedarf ermittle. Dass in die Erhebung auch die Tiefgarage und eine eventuelle Verbreiterung der oft zu schmalen Parkbuchten eingehen sollte, ergänzte Klug. Mit Hinweis auf die nur zeitweisen Engpässe fügte er noch an, womöglich reiche ja eine stärkere Bewirtschaftung der Stellflächen statt eines teuren Parkdeckbaus. Ein Zugewinn bringe zudem schon die Neuordnung auf der Volksbankseite des Markplatzes (Schräg- statt Längsparker) - und der Wegfall der "Klobürsten", wie manche die entsprechend gestutzten Bäume auf den Pflanzbeeten nennten.

Warum stürzte der Bürgerturm ein?

Nicht auf Biegen und Brechen die Planung in Auftrag gegeben, sondern die paar Wochen auf die Erhebungen warten, riet auch Dirk-Michael Hofmann (FBLL). "Jetzt muss gehandelt werden", der Bedarf am Tag sei unstrittig, hielt dem Horst Wagner (SPD) entgegen. Was sollte da das Gutachten noch an Neuem bringen? Ob der fünfstelligen Kosten stellte er solche Expertisen auch grundsätzlich infrage

Zur Sprache kamen auch Bedenken, was die feuchten Böden in der Bahnhofstraße, nicht von ungefähr heißt die Flur "In der Tränke", angeht. So habe es 1972 beim Bau des Kaufhauses Schwalbach einer Pfahlgründung bedurft. "Kann da überhaupt ein Parkdeck gebaut werden?", lautete eine Frage. "Da stand doch Jahrhunderte der Bürgerturm", warf Roeschen ein. Für einen Lacherfolg sorgte die Antwort aus der Runde: "Der ist eingestürzt" (1963 war das Wahrzeichen Laubachs zusammengekracht, ausgerechnet am Ausschuss. Freilich soll es nicht am Untergrund gelegen haben, die Red.).

Mit sechs Neinstimmen von CDU, FW, Grünen und zweimal Ja von SPD und BfL fiel der SPD-Antrag durch. Neben Bernhard Jäger (CDU) enthielt sich SPD-Mann Horst Wagner, was seinen Fraktionschef offenbar überraschte. Roeschen, sinngemäß: "Auch du, Horst?!"

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