Laubach bekommt ein Kinder- und Jugendbüro

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
    schließen

Laubach (tb). Das Bohren dicker Bretter hat sich gelohnt, die SPD ist am Ziel: Einmütig hat Laubachs Stadtparlament am Dienstag die Schaffung eines Kinder- und Jugendbüros beschlossen. Bislang hatte die CDU/FW-Mehrheit auf die Einstellung des neuen Jugendpflegers warten wollen, den Antrag der Genossen zurückgestellt. Bekanntlich läuft die Ausschreibung noch.

In ihrer letzten Sitzung der Legislatur jedoch folgten alle Fraktionen dem Argument von Harald Mohr (SPD), wonach es wichtig sei, zuvor bereits die nötige Infrastruktur aufzubauen.

Ein Kinder- und Jugendbüro eben, nach dem Vorbild von Grünberg und Hungen. Dass in Laubach seit der Kündigung des Sozialkoordinators Anfang 2020 die Jugendarbeit am Boden liege, wie die Ferienspiele gezeigt hätten, hatte Mohr aufs Neue kritisiert. Dass der Röthgeser Ortsvorsteher im Vorfeld mehr als einmal eine »Vernachlässigung« der Ortsteile beklagt hatte, sei der Vollständigkeit halber angemerkt.

Die Stadt, unterstützte Grünen-Sprecher Köhler den Ansatz, sollte nicht nur Geld für Kitas bereitstellen, sollte die Jugendarbeit verstärken.

Die Kritik an den Ferienspielen mochte Bürgermeister Klug nicht stehen lassen: Auf die Ausschreibungen hätten sich gerade mal fünf Eltern gemeldet, zwei davon wegen der Maskenpflicht wieder abgesagt. Eher rhetorisch seine Frage: »Sollten wir eine Eins-zu-eins-Betreuung anbieten?«

Von Sumpfhühnern und Schlaubergern

Bei 12:7 Stimmen deutlich knapper fiel die Abstimmung über die Einstellung einer Verwaltungskraft aus. Diese soll dem Jugendpfleger zuarbeiten und fiskalisch-administrative Aufgaben übernehmen. 50 000 Euro werden dafür eingestellt, doch erst im Nachtragsetat.

Wiederum einig war man sich dann, die Bürgermeisterwahl für gültig zu erklären. Die harschen Töne eingangs der Sitzung bei der Debatte um die Baumfällungen im Sinn, wandte sich Björn Erik Ruppel (CDU) an den künftigen Bürgermeister. Er hoffte für Matthias Meyer, dieser werde sein Ziel erreichen, eine »neue Kultur des Miteinanders« zu etablieren. Auch gab er ihm, in Anlehnung an die Abschiedsrede von Peer Steinbrück, seine Erfahrung als langjähriger Kommunalpolitiker in Laubach mit auf den Weg. »Die Verteilung von Sumpfhühnern und Schlaubergern im Stadtparlament entspricht der Normalverteilung in der Bevölkerung.« Launige Worte fand er auch noch, was seine Niederlage bei der Bürgermeisterwahl angeht: Alles habe seine zwei Seiten, und auch wenn er es sich gewünscht habe: »Ich werde ohne das Amt gewiss gesünder leben.« Die Amtseinführung Meyers wird somit erst in der neuen Legislatur erfolgen. Übrigens ohne Verabschiedung des Vorgängers. Peter Klug hat dies abgelehnt. Wie er bei seinem letzten Auftritt vor dem Plenum aber betonte, sei es eine richtige Entscheidung gewesen, in Laubach Bürgermeister zu werden. Womöglich, so verriet der 41-Jährige, werde er in oder von seiner Heimatstadt Flieden aus eine neue politische Karriere starten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare