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Der Windsbacher Knabenchor unterm Dirigat von Martin Lehmann in Laubach.

Langer Schlussapplaus Dank für hohe Sangeskunst

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s Laubach (dis). Mit Wehmut dürften einige Besucher der Stadtkirche den Auftritt des Windsbacher Knabenchors verfolgt haben. Sangen sie doch früher selbst in einem Knabenchor, der Laubacher Kantorei. Mit dem Konzert, veranstaltet vom "Freundeskreis Laubacher Kantorei" und der evangelischen Gemeinde, wurde an die Gründung des Chors vor 70 Jahren erinnert.

Träger der Kantorei war die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Gründer war der unvergessene Adolf Wieber. Zunächst im Schloss, dann im neu erbauten Singalumnat beherbergt, endete 1981 dieses außergewöhnliche Kapitel Kulturgeschichte.

Anja Martiné an der Orgel

Dass der Freundeskreis noch sehr lebendig ist, zeigte sich auch an der Organisation des Konzerts am Samstag, das von Dekanatskantorin Anja Martiné an der Orgel begleitet wurde. Der 1946 von Hans Thamm, Ehemaliger des Dresdner Kreuzchors, gegründete Chor ist im mittelfränkischen Windsbach ansässig. Er steht in der Tradition der großen deutschen Knabenchöre, die neben der Konzerttätigkeit gleichermaßen liturgische Aufgaben erfüllen. Die Windsbacher begleiten so etwa Gottesdienste in ihrem Heimatort oder singen Motetten in der Sankt-Lorenz-Kirche Nürnberg. Träger ist die Evangelisch-Lutherische Kirche Bayern.

Nach der Begrüßung durch Freundeskreis-Ehrenpräsident Friedrich Graf zu Solms Laubach eröffnete der Chor das sehr gut besuchte Konzert mit der fünfstimmigen Motette "Nun bitten wir den heiligen Geist" von Johann Walter. Es folgten "Jauchzet dem Herrn, alle Welt" von Mendelssohn-Bartholdy und "Ave maris stella" von Grieg. Der zweite Block war der Romantik gewidmet. Unter anderem erklangen "Erstes Wanderlied" von Josef Gabriel Rheinberger, Mendelssohn-Bartholdys "O Täler weit, o Höhen" nach einem Text von Joseph von Eichendorff oder "Waldesnacht" von Brahms.

Wiederum geistliche Stücke erklangen hernach, darunter "A Hymn to the virgin" von Benjamin Britten, "Selig sind die Toten" von Heinrich Schütz sowie von Max Reger "O Lamm Gottes, unschuldig" und nach Luthers Abendsegen das "Nachtlied". An der Orgel spielte Anja Martiné zu Beginn den ersten Satz aus der "Organa Sonata No.4", späterhin zwischen den Gesangsblöcken "Allein Gott in der Höh sei Ehr" von Johann Sebastian Bach, von Edward Elgar "Vesper voluntary No. 3 sowie drei Variationen "Abendlieds Spaziergang" von Christiane Michel-Ostertun. Der lange Schlussapplaus zeigte die Begeisterung des Publikums. Freilich wussten der Chor durch hohe Ausdrucksfähigkeit zu brillieren, stellte seine hohe Sangeskunst eindrucksvoll unter Beweis.

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