Kuriose Wahl mit »Glücksfee«

  • Thomas Brückner
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Mal abgesehen von den »üblichen Irritationen« aufgrund der zeitweisen Missachtung der Maskenpflicht eines Abgeordneten nahm die jüngste Sitzung von Laubachs Stadtparlament einen ruhigen Verlauf. Freilich stand auch kein »Aufreger« auf der Tagesordnung. Denkwürdiges war dennoch geboten: Bei der Magistratswahl musste das Los entscheiden.

Im Ergebnis der Wahl am 14. März hatte das Bündnis aus Freien Wählern und CDU seine Mehrheit im Laubacher Stadtparlament behauptet. Doch nur knapp, mit einem statt bisher zwei Sitzen, und erst nach Auszählung der Personenstimmen (bei den Kopf- stimmen hatten Grüne und SPD als die Unterstützer des neuen Bürgermeister Matthias Meyer noch vorn gelegen).

Nur eine Stimme Mehrheit - wie die Erfahrung zeigt, kann da leicht was schiefgehen. Zumal, wenn Neulinge unter den Abgeordneten sind und geheim abzustimmen ist, wie bei der Magistratswahl zwingend vorgeschrieben ist. Die also stand am Donnerstagabend in der Sport- und Kulturhalle an.

Doch lief alles glatt, erhielt die gemeinsame Liste von CDU und FW alle 16 Stimmen. Auf Platz 1 platziert war Björn Erik Ruppel - somit wird der ehemalige Bürgermeisterkandidat Erster Stadtrat und mithin Vertreter des neuen Bürgermeisters. Die anderen Parteien traten mit getrennten Listen an, auch ihre Ergebnisse spiegelten die jeweilige Fraktionsstärke: sechs Stimmen für die SPD, vier für die Grünen, jeweils zwei für FBLL und FDP. Letzteres lag wohl auch daran, dass eine Stimme - man darf annehmen, die des »Einzelkämpfers« Hans-Georg Frank (BfL) - ungültig war.

Nach Hare Niemeyer stellten CDU/FW damit sechs der zehn ehrenamtlichen Stadträte, die SPD zwei, die Grünen einen. Wer den letzten bekommen würde, FBLL oder FDP, darüber musste das Los entscheiden.

Zwei Umschläge kamen nun in die Wahlurne, Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn gab die »Glücksfee« und fischte einen aus der Wahlurne - jenen der Freien Bürgerliste Laubach.

Ernannt, vereidigt und per coronagerechtem Handschlag auf ihre Aufgaben als »Treuhänder des Allgemeinwohls« verpflichtet, gehören jetzt dem Magistrat an: Erster Stadtrat Björn Erik Ruppel, Evelyn Rosenfeld, Isolde Hanak (alle CDU), Michael Sussmann, Dr. Wolf-Dieter Schulz, Marco Morgenstern (FW), Wolfgang Baumgartner, Inge Marlies Hahn (SPD), Wolfgang Vohla (FBLL) sowie Michael Köhler (Grüne). Der aber wird sich aus dem Gremium wieder zurückziehen; sein Sitz im Magistrat geht dann an Dr. Christiane Schmahl (Grüne), nachdem diese nicht mehr das Amt der Beigeordneten bei der Aufsichtsbehörde Landkreis Gießen innehaben wird.

Ruppel appellierte in einer kurzen Rede an die Stadträte, als Mitglieder des Kollegialorgans Magistrats »ihre Parteizugehörigkeit ein Stück weit zurückzustellen«. Sein wie auch Kühns besonderer Dank galt der früheren Ersten Stadträtin Isolde Hanak, die mit großen Einsatz und viel Herzblut ihre Aufgaben erfüllt habe. Hanak ihrerseits dankte für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit.

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