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Ein Kindergarten für "Goki"?

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Ein intaktes Dorfleben mit vielen Vereinen und der zweitstärksten Feuerwehr von ganz Laubach. Mit einem Dorfladen, einem Baumarkt und gar einem Hotel. Und einem kleinen Baugebiet, weswegen in dem idyllisch gelegenen Ort an der Horloff nicht "nur" Baulücken geschlossen und alte Häuser saniert, sondern auch Neubauten hochgezogen werden.

Alte Schule mit Zuschüssen sanieren

Für den Ortsbeirat Gonterskirchen dürften dies die Gründe dafür sein, dass es nicht nur junge Familien in der 800-Seelen-Gemeinde hält, sondern auch Zuwachs von außen kommt. Was wiederum eines bedingt: "Goki" zählt zu den Stadtteilen mit dem aktuell höchsten Defizit an Kita-Plätzen.

Laut Bedarfsplanung des Oberhessischen Diakoniezentrums (OD) fehlen perspektivisch 44 Plätze. Mangels eigenen Hortes werden die Kinder in Ruppertsburg betreut. Weil aber die Einrichtung längst zu klein und auch andernorts kein Platz sei, könnte das Dorf an der Horloff erstmals eine eigene Kita bekommen, zeigt sich die Stadtteilvertretung mit Ortsvorsteher Klaus Rühl in freudiger Erwartung.

Zum Hintergrund: Das Stadtparlament hatte im Juni den Magistrat mit einem Gesamtkonzept zur Deckung des Betreuungsbedarfs beauftragt. Beschlossen wurde dies auf Grundlage einer Tischvorlage der CDU/FW-Mehrheit von der CDU/FW-Mehrheit - unter Protest der Opposition, die darin einen "Schnellschuss" sah, sich überrumpelt fühlte, zumal beim runden Tisch zum Naturkindergarten Freienseen kurz zuvor davon keine Rede gewesen sei.

Als Prämisse der bis Oktober/November vorzulegenden "Ausbauplanung" enthält der Beschluss dreierlei: In Gonterskirchen soll der Magistrat eine zweigruppige Einrichtung planen; um den Bedarf in der Kernstadt (allein 25 U3-Plätze) abzudecken, soll ein leer stehendes städtisches Gebäude in der Altstadt zur Kita werden; ein dauerhafter Fortbestand der OD-Waldgruppe Freienseen wird von der Belegungs-situation abhängig gemacht.

In der Diskussion um den von einem Verein getragenen Naturkindergarten war bereits im Vorfeld der Vorschlag gekommen, die Waldgruppe des OD aus Freienseen ins "unterversorgte" Gonterskirchen zu verlegen. Eine Idee, die der Ortsbeirat nun aufgreift: In der jüngsten Sitzung fasste das Gremium einstimmige Beschlüsse zu favorisierten Standorten für eine zweigruppige Kita, womöglich als Kombination von Haus- und Waldgruppe. So wie in Freienseen oder der Kernstadt praktiziert.

Für die Hausgruppe schlägt man Räume in der Alten Schule vor, die seit Jahren nur noch sehr bedingt genutzt werde. Mit Zuschüssen von Bund und Land für die Kinderbetreuung sowie Mitteln der Dorferneuerung (IKEK) könnte die Sanierung des Gebäudes und der Umbau auskömmlich finanziert werden, ist sich der Ortsbeirat sicher. Der würde gerne auch das vom Verfall bedrohte Nachbargrundstück einbeziehen, um so einen Zugang von der Pfarrstraße statt der Ortsdurchfahrt zu erhalten. Das Gesamtareal erachtet man als idealen Ort für einen Kindergarten, würde doch Leben in die Dorfmitte gebracht.

"OD-Waldgruppe in Freienseen bleibt"

Für die Waldgruppe nennt der Ortsbeirat gleich zwei Optionen: das Areal an der Grillhütte (Foto) oder eine Wiese hinterm Sportplatz.

Empfehlungen, die den Stadtverordneten an die Hand gegeben wurden. Die werden letztlich zu entscheiden haben, ob Laubach nach dem neuen, erstmals nicht vom OD getragenen Hort in Freienseen einen weiteren Kindergarten schafft, sich diesen leisten kann. Wie Bürgermeister Peter Klug auf GAZ-Anfrage sagte, braucht es freilich noch etwas Geduld, da besagte Ausbauplanung durch das "Stift" noch nicht fertiggestellt sei.

Was nun die Option einer Verlegung der OD-Waldgruppe Freienseen ins Nachbardorf angeht: Für diese gibt es Klug zufolge sehr wohl Anmeldungen, eine Warteliste. Obwohl das Gros der Kleinen zum Naturkindergarten gewechselt sei. Nach Abschluss der Maßnahmen zur Verkehrssicherung werde dieser öffnen.

Dass die Gonterskirchener Eltern für skizzierte "Kombilösung" eintreten, hat Rühl zufolge eine Befragung im Juni belegt. Jetzt freue man sich auf kurzfristige Gespräche mit Stadt und OD zur Umsetzung der Pläne. "Gonterskirchen steht bereit". tb/Foto: pm

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