1. Gießener Allgemeine
  2. Kreis Gießen
  3. Laubach

Alter Aldi-Markt in Laubach: Kein neuer Baumarkt, dafür ein neuer Interessent

Erstellt:

Von: Thomas Brückner

Kommentare

Seit dem Umzug in einen Neubau im Oktober geschlossen: der Aldi-Markt in Laubach. Die Hoffnungen vieler Laubacher und der Stadt, hier werde ein Baumarkt einziehen, haben sich jetzt zerschlagen.
Seit dem Umzug in einen Neubau im Oktober geschlossen: der Aldi-Markt in Laubach. Die Hoffnungen vieler Laubacher und der Stadt, hier werde ein Baumarkt einziehen, haben sich jetzt zerschlagen. © Thomas Brueckner

Seit Oktober ist der Aldi-Markt in der Kernstadt geschlossen. Die Hoffnungen vieler Laubacher und der Stadt, hier werde ein Baumarkt einziehen, haben sich jetzt zerschlagen.

Laubach – Der Bedarf für einen Baumarkt sei in Laubach durchaus vorhanden, bestätigte am Mittwoch die Projektiererin. Auch sei die »Handelsgesellschaft für Baustoffe« (kurz: Hagebau) durchaus an dem Standort im Gewerbegebiet - schon wegen anderer Frequenzbringer in unmittelbarer Nachbarschaft von Vorteil interessiert. »Es bedarf aber noch interner Absprachen.«

Seit dem Spätherbst lagen der Stadtverwaltung bereits detaillierte Pläne vor, wonach der rund 30 Jahre alte Aldi-Markt zu einem kleineren Baumarkt mit vorgelagerter Gartenabteilung umgenutzt werden sollte. Das Gebäude in der Philipp-Reis-Straße steht bekanntlich seit dem Umzug des Discounters in den Neubau auf dem ehemaligen Areal der Kfz-Zulassungsstelle leer. Bis zur Wochenmitte ging das städtischer Bauamt noch von einer Realisierung aus.

Laubach (Kreis Gießen): EFG an Aldi-Immobilie interessiert

Vor wenigen Tagen aber der Rückzug: »Die Fläche ist abgesagt«, teilte die Projektiererin nach Rücksprache mit den Gesellschaftern auf GAZ-Anfrage mit. Und informierte kurz darauf auch die Bauabteilung im Rathaus. Also wird es nichts mit dem Baumarkt in Laubachs Kernstadt.

Allerdings steht ein weiterer Interessent auf der Matte: Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Laubach (EFG) ist auf der Suche nach einem neuen Domizil. Das Gemeindezentrum im Dörrenbergweg ist seit Langem zu klein. Aktuell zähle man 54 Mitglieder, sagte Vitali Siemens, Mitglied der Gemeindeleitung, im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen. Gerade wegen der »sehr engagierten Kinderarbeit«, inzwischen nähmen rund 40 Jungen und Mädchen an den Zusammenkünften teil, mangele es an passenden Räumen. »Es gibt kein Wachstumspotenzial.«

Im Spätsommer 2021 hatte die Gemeinde Kontakt mit der Handelskette aufgenommen und das Gebäude näher in Augenschein genommen. Ergebnis: »Es passt perfekt.« Mit der Fläche von gut 700 qm (nur Verkauf, ohne Nebenräume) würde man den gewünschten Spielraum erhalten, meinte Siemens. Nicht zuletzt der Parkplatz sprach für diese Option. Um die 50 Stellflächen brauche es schon, schätzte Siemens, kämen in normalen Zeiten doch 100 bis 120 Gläubige zu den Gottesdiensten.

Laubach (Kreis Gießen): Hoffnung, „dass sich Aldi doch noch bewegt“

Die EFG ist - wie ihr Name schon sagt - »frei von landeskirchlichen Vorschriften, Ämterhierarchien und Bindungen«, zugleich aber auch »frei« von Kirchensteuereinnahmen. Einnahmen resultieren einzig aus Spenden von Freunden und Mitgliedern. Die Finanzierung des Projektes musste da wohl überlegt sein, wesentliche Faktoren der Kalkulation waren die sechsstellige Forderung der Handelskette und das Eigentum an der Immobilie im Dörrenbergweg. Wie Siemens gestern aber nach der Besprechung mit der Hausbank konzidieren musste: »Wir können es uns mit diesen Konditionen nicht leisten.«

Da aber war die Absage des Baumarktes noch nicht bekannt. Und so hegen Siemens und seine Gemeinde die Hoffnung, »dass sich Aldi doch noch bewegt«. Eine räumliche Alternative in Laubach ist der EFG, zumindest bis dato, nicht bekannt. (tb)

Auch interessant

Kommentare