Jagdgenossen testen Rauchmelder

  • vonHelmut Hofmann
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Laubach(gjo). Die Jagdgenossen aus Ruppertsburg trafen sich coronabedingt erst jetzt zur Genossenschaftsversammlung. Jagdvorsteher Wilfried Friedrich berichtete von einem ruhigen Verlauf des Jagdjahres 2019. Die von der letzten Versammlung gefassten Beschlüsse, Wegebau und das Abtragen einiger Bankette wurden von David und Gerhard Wentzel ausgeführt.

Der Ankauf des Mulchers habe sich bewährt, blaue Lichtreflektoren wurden gekauft und von der Straßenmeisterei angebracht. Außerdem wurde eine Bienenweide als Naturschutzmaßnahme angelegt.

Der Wildschaden hielt sich in Grenzen und wurde zwischen den betroffenen Landwirten und dem Jagdpächter einvernehmlich geregelt.

Beschwerden über freilaufende Hunde und das Befahren von gesperrten Straßen sind laut Vorsitzendem immer wieder ein Thema. Nur Anzeigen könnten die Verursacher zur Vernunft bringen.

In seinem Kassenbericht erwähnte Rechner Dieter Wentzel, dass ein Guthaben erwirtschaftet wurde. Karlheinz Hahn und Werner Roth vom Genossenschaftsausschuss lobten die Kassenführung, und so erfolgte die einstimmige Entlastung.

Jagdvorsteher Friedrich erläuterte die Anträge, 2000 Euro für Wegebau bereitzustellen und 1500 Euro zur Wildschäden-Verhütung. Für den Wegebau wurde angeregt, dies mit der Stadt und dem Ortsbeirat abzustimmen.

Zur Wildschaden-Vermeidung, so Friedrich, sei vorgesehen, einen neuen Rasenmäher zu kaufen, welcher speziell die Ränder an den zu schützenden Ackerflächen mähen kann, um den erforderlichen Elektrozaun anbringen zu können. Diese Arbeiten verrichtet weiter Werner Roth, ein modernes Gerät würde ihm eine große Erleichterung bringen. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen.

Wildäcker gegen kahle Stellen

Jagdpächter Ralf Schulte gab die Abschusszahlen für 2019 bekannt. Dies waren beim Rehwild 64, davon elf aus dem Straßenverkehr und vier aus anderen Gründen.

Beim Schwarzwild wurden insgesamt 52 erlegt, und zwei aus anderen Gründen. Die weitere Jagdstrecke waren ein Fuchs und vier Elstern. Von insgesamt 75 Waschbären sind 22 bei der Jagd und 53 durch Fang erlegt worden.

In diesem Zusammenhang erläuterte Schulte die Jagdabwicklung und den immer wieder geforderten erhöhten Abschuss wegen Wildverbiss. Die Fallzahlen beim Wild seien durch intensives Bejagen an stark befahrenen Straßen zurückgegangen. Eine von der Uni Gießen durchgeführte Nachtzählung habe einen guten Wildbestand bestätigt. Schulte regte an, die derzeitigen Kahlstellen im Wald durch das Anlegen von Wildäckern zu nutzen. So könnten Verbissschäden weitgehend vermieden werden. Einen besonderen Dank sprach er den Jagdaufsehern Dieter Paul und Werner Roth aus.

Stadträtin Isolde Hanak bedankte sich im Namen der Stadtwaldstiftung für den verstärkten Abschuss bei den Rehen. Dies führte jedoch zu Kritik an der Stadtwaldstiftung. Immer wieder werde ein höherer Abschuss angefordert, aber seitens der Stadtwaldstiftung außer dem Umzäunen neuer Kulturen keine Abhilfe geschaffen. Wildäcker könnten von Nutzen sein, Gewinne aus dem Holzverkauf dabei sinnvoll eingesetzt werden. Ebenso wurde das Fütterungsverbot von Wildtieren in Frage gestellt. Jagdvorstand und Jagdpächter erwähnten allerdings, dass die Abschusszahlen von der Unteren Jagdbehörde festgelegt werden.

Weiterer Gesprächsbedarf zeigte sich bei der Überwachung von Wiesengrundstücken vor dem Mähen. Um das Töten oder Verletzen von Rehkitzen zu vermeiden, könnte das Überfliegen mit einer Drohne hilfreich sein. Ein weiterer Vorschlag war das Anbringen von Rauchmeldern mit Batteriebetrieb. Die Signaltöne würden Rehe oft veranlassen, den Standort zu wechseln. Dies wurde als eine Lösung angesehen und sollte erprobt werden.

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