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Star-Pianist Christopher Park.

Hessenbrückenmühle

International gefeierter Pianist begeistert

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Laubach (dis). Mit einem Highlight wartete Veranstalterin Dr. Evelyn Sachsenberg am Sonntag im Rahmen der 17. Konzertsaison im Konzertsaal des Kulturdenkmals Hessenbrückenmühle auf. Christopher Park, ein 1987 im Taunus aufgewachsener Pianist mit deutsch-koreanischen Wurzeln, brachte vor vollem Hause mit viel Sachverstand das Leben und Werk des Komponisten Robert Schumann näher. Park ist u. a. Preisträger des renommierten Leon-Bernstein-Award der Stiftung "Schleswig-Holstein Musikfestival". Durch Meisterkurse und Konzerte, unter anderem bei den Weilburger Schlosskonzerten, dem Frankfurter "Fest der Musik" oder dem Summit Music Festival New York, erhielt er musikalische Anregungen von Persönlichkeiten wie Gary Graffman, Cyprien Katsaris, Karl-Heinz Kämmerling oder Lars Vogt.

Stehende Ovationen

Den Auftritt auf der Hessenbrückenmühle gestaltete Park als Gesprächskonzert. Der Romantiker Schumann habe es in seinem Leben nicht leicht gehabt, sei an der damals als unheilbar eingestuften Syphilis erkrankt und zwei Jahre vor seinem Tod nach einem gescheiterten Selbstmordversuch in ein Irrenhaus eingeliefert worden. Hinzukam die schwierige Liebe zu Clara Wieck, deren Vater Friedrich sich der musikalischen Ausbildung Schumanns annahm. Seine Kompositionen wurden zur damaligen Zeit als zu schwierig angesehen; erst nach seinem Tod wurde die Bedeutung seiner Musik anerkannt.

Park erläuterte, dass die Liebe zu Clara in vielem das musikalische Schaffen des Komponisten bestimmt habe - so auch das von ihm gespielte "Konzert ohne Orchester, f-moll, op. 14", das eine Entstehungszeit von 17 Jahren in vier Variationen aufweise. Park wählte die erste Fassung als die für ihn authentischste. Das Werk wird selten gespielt und ist nicht leicht zu konsumieren. Für einen Sommerabend wie diesen sei es ein komplexes Stück, eher ein Ausdruck von Schmerz, betonte Park. Doch sei das Thema ein Geniestreich, denn mit einem einfachen Motiv schaffe der Komponist eine riesige Kathedrale. Zudem erklangen das "Blumenstück Des-Dur, op. 14", der Faschingsschwank aus Wien und die "Arabeske C-Dur, op. 14" - allesamt in einer unnachahmlichen pointierten Ausdrucksweise interpretiert. Nach Standing Ovations des Publikums gab es als Zugabe das Intermezzo von Johannes Brahms als ruhigen Abschluss eines besonderen Konzertes.

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