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Als Kooperationsprojekt der Stiftung "Hallo Welt" und des Oberhessischen Diakoniezentrums öffnet im ehemaligen Laubacher Bahnhofsgebäude nun regelmäßig ein Familiencafé. FOTO: TB

"Hey Baby" im Alten Bahnhof

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Laubach(tb). Gerade Eltern, deren Kinder noch im Babyalter sind, fühlten sich oft etwas isoliert, wünschten sich Kontakte zu Menschen in der gleichen Situation. Sagt Dr. Susanne Gastmann, Mitarbeiterin der Stiftung "Hallo Welt", die kreisweit Familien mit Neugeborenen zur Seite steht. Dass dieser Wunsch nun alle 14 Tage mit einem Familiencafé erfüllt wird, freut offensichtlich das knappe Dutzend Väter und Mütter, die an diesem Nachmittag im Alten Bahnhof Laubach zusammengekommen sind.

Nach jahrelangem Leerstand ist dort ein neues Sozialzentrum entstanden und nimmt nun langsam Formen an. Was nicht zuletzt Jochen Bantz, als Sozialkoordinator der Stadt mit der Konzeptionierung betraut, "bannig freut". Wie der aus Hamburg zugereiste Laubacher im GAZ-Gespräch erläutert, gebe es im Bahnhof mittlerweile neben dem Familiencafé Sprechstunden der KVHS für Menschen, die wieder in den Beruf einstiegen wollen, sowie als weiteres Angebot des Kreises eine Flüchtlingsberatung. Aus Laubach selbst nutzten erste Vereine wie das Kunst- und Kulturforum, der Seniorenbeirat oder die Selbsthilfegruppe Angststörungen die von der Stadt für eine sechsstellige Summe renovierten Räume. Das Obergeschoss hat der Verein für psychosoziale Therapie gemietet.

Treffen für alle offen

Zurück ins Familiencafé: Der vor einigen Wochen installierte neue Treff ist eine Kooperation von "Hallo Welt" und dem Mehrgenerationenhaus des Oberhessischen Diakoniezentrums (OD). "Die Resonanz ist sehr positiv", schwärmt Koordinatorin Gastmann. Gewiss auch im Namen von Dorota Lindner, die seitens des OD das neue Angebot für Eltern von Kindern im Alter von einem bis drei Jahren betreut. Eine vor Ort gut vernetzte Ansprechpartnerin wie es Lindner sei, das betont Gastmann, komme dem Anliegen sehr zugute.

Bei den für alle offenen Treffen im Bahnhof stets mit dabei sind geschulte Mitarbeiter der Stiftung "Hallo Welt" bzw. der Dachorganisation "Eltern helfen Eltern e.V." (Gießen). Als sogenannte "Botschafter" stehen Andreas Alter, Sigrid Sussmann, Maike von Stutz und Edeltraud Pötz bereit. Sind "Wegweiser", wenn es darum geht, wo man Rat und Hilfe bekommt, wenn das Kind oft schreit, nicht schläft, eine Entwicklungsstörung befürchtet wird; aber auch bei der Suche nach materiellen Hilfen. Dass schon der Austausch untereinander oftmals Adressen oder Antworten auf die "häufig gestellten Fragen" einer Mutter oder eines Vaters gewähre, fügte Gastmann an. Und auch, dass die "Botschafter" ebenso zu eher allgemeinen pädagogischen Aspekten wie Konfliktklärung, Selbsteinschätzung, emphatische Kommunikation Ratschläge geben könnten.

Bisher kamen meist zehn bis 15 Eltern ins Familiencafé - und, hey, nicht zu vergessen die Babys. Der neue Baustein des Sozialzentrums Alter Bahnhof kommt also an. Mehr als das, wie man den Worten von Susanne Gastmann entnehmen kann: "Dass es gleich so einschlägt, hätten wir wirklich nicht erwartet."

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