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Feste Größe im Ortsgerichtsbezirk: Lydia Müller. FOTO: PM

Der "gute Geist" der Stadtverwaltung

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Laubach(pm). Ein besonderes Jubiläum mit 60 Jahren im öffentlichen Dienst beging nun Lydia Müller, die langjährige Sekretärin des Bürgermeisters. In einer kleinen Feierstunde wurde sie für ihre Tätigkeit als Ortsgerichtsschöffin von Regierungsoberrätin Gabriele Danne vom Landgericht Gießen als Vertreterin der Landesregierung und von zwei Generationen Laubacher Bürgermeister geehrt: Zu den Gratulanten zählte neben dem ehemaligen Amtsinhaber Claus Spandau auch Bürgermeister Peter Klug.

Ehrenamt folgt auf langes Berufsleben

Aus dem Sudetenland vertrieben, kam Lydia Müller mit ihren Eltern nach Oberhessen, wo sie am 1. März 1960 ihre Ausbildung als Verwaltungsangestellte bei der Stadt Laubach begann. Nach erfolgreichem Abschluss und bestandener Dienstanfängerprüfung wurde sie zum 1. März 1963 in ein festes Beschäftigungsverhältnis übernommen. Noch im gleichen Jahr holte sie der damalige Bürgermeister Friedrich Desch in sein Vorzimmer, wo sie auch nach 1964 während der 27-jährigen Dienstzeit von Ehrenbürgermeister Alfred Funk ihren Dienst stets gewissenhaft und weit über das normale Maß hinaus mit Ehrgeiz und persönlichem Engagement ausübte. Diese vertrauliche Position führte sie auch nach der Amtsübernahme von Bürgermeister Spandau 1991 weiter aus. Neben ihrer schwerpunktmäßigen Arbeit als Sekretärin und ihrer umfangreichen Tätigkeit als Koordinatorin für sämtliche terminliche Abstimmungen im Vorzimmer oblagen Lydia Müller auch die Vorbereitungen für alle Besprechungstermine.

Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis nach insgesamt 48 Jahren nahm Lydia Müller als zweite Stellvertreterin des Ortsgerichtsvorstehers des Ortsgerichts Laubach I weiterhin eine verantwortungsvolle Aufgabe wahr. Als Ortsgerichtsschöffin war nicht nur ihre fachliche, sondern auch menschliche Kompetenz gefragt. "An dieser Stelle ist die menschliche und soziale Kompetenz von besonderer Bedeutung - und die haben Sie, Frau Müller", so Bürgermeister Klug.

Ihr Einfühlungsvermögen war unter anderem bei Nachlasssicherungen und Sterbefallanzeigen gefragt. Ihre offene und ehrliche Art, insbesondere aber ihr persönliches Eintreten für die Anliegen der Bürger, hat sie während der Zeit ihrer Anstellung zum "guten Geist" der Stadtverwaltung Laubach werden lassen. Von 2006 bis 2016 engagierte sich Lydia Müller zudem im Vorstand des Fördervereins Diakoniezentrum Laubacher Stift, in dem sie vier Jahre als Vorsitzende tätig war. Hauptaufgabe war hier die Organisation des jährlichen Schlossfestes, einer Benefizveranstaltung zugunsten der Einrichtungen des Oberhessischen Diakoniezentrums Johann-Friedrich-Stift.

Gabriele Danne hob bei der Verleihung der Urkunde zwei Besonderheiten hervor: "Zum einen die außergewöhnlich lange Dauer dieser ehrenamtlichen Tätigkeit über 25 Jahre, zum anderen der Umstand, dass sie das als Frau geleistet hat - denn Frauen haben wir in den Ortsgerichten eher selten."

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