Gartenmesse "Herbstzauber"

"Gurkenartige" auf Schloss Laubach

  • schließen

Wenn die Natur den Farbkasten aufklappt, die ersten Laubbäume ein gülden Kleid anlegen, lädt Schloss Laubach zum "Herbstzauber". 120 Händler bieten noch bis Sonntag ein breites Angebot rund um die Themen Garten, Wohnen und Lebensart.

Zum bereits zwölften Mal findet die internationale Verkauf- und Informationsausstellung "Herbstzauber" auf Schloss Laubach statt. Das Interesse der "Grünen Branche" - hier freilich erweitert um Anbieter von Kunsthandwerk, Möbeln, Mode und Accessoires, Dekorationen für Haus und Garten sowie kulinarischer Spezialitäten - ist mit der Zeit stetig gestiegen. Und so reicht der Platz rund ums Schloss nicht mehr aus. Etwa jeder Sechste der diesmal 120 Aussteller ist daher im Park zu finden.

Wer die Gartenmesse "Herbstzauber" auf Schloss Laubach regelmäßig besucht, der dürfte diese Beobachtung teilen: Die Zahl der Stände mit Blumen, Kräutern oder Gräsern ist groß, mindestens genau so groß allerdings ist inzwischen das Angebot an Deko-Artikeln. Vieles kennt der Stammgast, manches aber ist neu: Heuer sorgt dafür auch Nils Steinbuß. "Natural Decoration" ist sein Metier, nach sechsjähriger Pause ist er wieder mal zum "Herbstzauber" angereist. Mehr als einen "Hingucker" gibt es unter den 3000 Artikeln am Steinbußschen Stand zu entdecken.

Ganz gewiss zählt dazu Sororoca. Eine Pflanze aus der Familie der Strelitziengewächse, erklärt der Händler, der den Weg aus der Lüneburger Heide ins Oberhessische auf sich genommen hat. Freilich kein Vergleich zu Sororoca, wuchs sie doch in Brasilien auf, erblühte kurz, um dann abgeschnitten und getrocknet zu werden. Ihre bis zu 15 Zentimeter großen, raumgreifenden und filigranen Fruchtkapseln kommen exotisch daher. "Ideal zur Dekoration von großen Schalen und Glasvasen, wie alle meine Artikel ein reines Naturprodukt", betont Nils Steinbuß.

Nicht anders verhält es sich bei seiner Auswahl an Muscheln und Schnecken: Darunter eine Achatschnecke aus Nigeria - größer ist keine aus ihrer Familie, soweit sich die Verwandtschaft auf dem Land aufhält. "Eine schöne Veranstaltung", meint der Mann mit den Schnecken beim Abschied noch. Und dass er gerne wiederkomme.

Fest und flauschig

Auch Marly Manders bietet - Verzeihung für die Wortwahl- tote Ware feil. Genauer gesagt tote Gurken. Mal fest, mal flauschig, mal vermeintlich stachelig, in allen Farben und immer toll anzusehen. Kein Wunder, dass das getrocknete "Gemüse" begehrliche Blicke zahlreicher "Deko-Queens" auf sich zieht. "Das sind Cucumis, aus der Familie der Gurkenartigen, in einer Glasschale machen sie sich echt schön", meint die sympathische Belgierin mit dem holländischen Akzent. Auch farbenfrohe Gestecke hat sie im Angebot, Zierkürbisse in allen Farben und Formen. Auch eine "Weihnachtskette" aus grünen Zier-Pepperoni, die bis zum Fest ein leuchtendes Orange annehmen. "Sieht auch schön aus", sagt Marly Manders aus dem flämischen Mol, die mit ihrer "Gurkentruppe" eine Strecke von 350 Kilometer hinter sich gebracht hat. Wie Nils Steinbuß ist auch sie ist erst zum zweiten Mal in Laubach.

Im Vergleich zu den Kollegen längst ein Stammgast in Laubach ist Brigitte Wolf von der Firma Hellkuhl (Hameln). Sechsmal bereits war sie schon beim "Herbstzauber". Wenige Schritte hinter der imposanten steinernen Pforte zum Schlosshof lockt der weitläufige Stand den Gartenfreund. Der hat die Qual der Wahl, ungezählte Pflanzen, immerhin rund 30 unterschiedliche Arten, haben mit Wolf die Reise von Hameln ins Oberhessische gemacht. Ist es denn nicht schon etwas spät, die Gartensaison klingt doch gerade aus? "Der Herbst ist dafür die beste Zeit", antwortet Brigitte Wolf auf die laienhaft-provokante Frage. "Eine Pflanze kann sich dann schon mal setzen, die Wurzeln ausstrecken - um im Frühjahr dann umso besser auszutreiben."

Lampionblumen, Anemonen, Heide - und nicht zuletzt Gräser dürften am Stand von Frau Wolf wieder der Renner sein. Typische Herbstblumen eben, die auch jetzt noch, da die Vegetationsperiode sich dem Ende neigt, Farbe ins Beet zaubern. Typische Herbstsorten, seit jeher beliebt.

Unbekannte Konkurrenz brauchen sie übrigens nicht zu fürchten: "Absolute Neuheiten? Nein, gibt es dieses Jahr nicht", weiß die Gärtnerin aus Hameln. Und es scheint, als dränge da ein leises Aufatmen vom Tisch der Anemonen herüber.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare